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0 Autor: Daniel Welsch

Eminem - Revival

Revival

Selbst der ungewohnt politische Ton seines neunten Albums kann nicht verbergen, dass Eminem in 77 Minuten sehr wortreich sehr wenig zu sagen hat.

Zu Beginn von "Revival" lässt Eminem in der Klavierballade "Walk On Water" Beyoncé in seinem Namen verkünden, dass er nur dann über Wasser laufen kann, wenn es gefroren ist. Am selbsternannten Rap God, der mit dem gleichnamigen Song vor fünf Jahren noch einmal zeigte, dass er sehr schnell rappen kann, nagen die Selbstzweifel. Was bleibt noch zu sagen, wie viel Hunger und Kreativität stecken im 45-Jährigen fast zwei Dekaden nach seinen größten Erfolgen? Diese Fragen auf "Revival" in Songs wie "Believe" zu thematisieren, scheint ein Ausweg zu sein, um der Bedeutungslosigkeit zu entkommen. Leider fällt Eminem als Antwort lediglich ein wütendes „Bitch, I wrote Stan“ ein. Dabei schien es vorab so, als hätte der Rapper noch einmal ein Ziel für seine Aggression und Wut gefunden: Donald J. Trump. Im A-Cappella-Freestyle "The Storm" distanzierte er sich bei den BET-Awards von den Trump-Anhängern unter seinen Fans, die unangenehme Parallelen zwischen dem Präsidenten und dem Rapper offenbaren. Beide verkörpern die diffuse Wut weißer, amerikanischer Männer, brechen die Regeln der Political Correctness und inszenieren sich gerne als Underdogs, obwohl sie längst zum Establishment gehören. Diese Gemeinsamkeiten lassen Eminems Kritik an Trump scheitern, weil der Rapper sie in Gewaltfantasien gegen Ivanka Trump kanalisiert und seinem Präsidenten beim Thema „grab 'em by the pussy“ beipflichtet. Solche Provokationen sind 2018 so lahm und ausgelutscht wie die Classic-Rock-Riffs, über die Rick Rubin Eminem rappen lässt.

Bewertung: 3/12

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