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0 Autor: André Bosse

They Might Be Giants - I Like Fun

I Like Fun

That’s entertainment: Das Serientäterduo kreuzt Quatsch mit Melancholie.

Im Kosmos von They Might Be Giants ist jeder Song nur eine Möglichkeit. Vor Jahren schrieb das Duo die Suite "Fingertips": zwei Dutzend Songideen in drei Minuten – darunter auch potenzielle Hits, als wäre das Komponieren eine Fließbandtätigkeit. Auch schön war die Idee „Dial-asong“: Fans riefen eine Nummer an und hörten auf dem Band jeden Tag ein anderes Lied. Dass They Might Be Giants beide Ideen zuletzt aufgewärmt haben, zeigt, dass die beiden etwas nostalgisch gestimmt sind. Warum auch nicht, die späten 80er und frühen 90er waren ihre Hochzeit, der quirlig-bekloppte Indie-Sound der beiden kletterte damals sogar in die Charts. Danach erfanden sich They Might Be Giants als Band für Kinder neu, jetzt schauen sie auf ihr Werk zurück und spielen Platten ein, die das eigene Erbe als Vorlage nutzen. "I Like Fun" ist das 20. Album der Band, zwar klingt es nicht so frisch wie "Lincoln", "Flood" oder "Apollo 18", aber die New Yorker Ideenfabrik ist weiter produktiv. "Let’s Get This Over With" ist zu Beginn ein typischer Song: Ein Soulpop-Rhythmus, wie von Danger Mouse erfunden, dazu ein heiter bis alberner Text, aber eine erstaunlich sehnsüchtige Melodie, denn They Might Be Giants sind bei allem Quatsch in erster Linie Melancholiker. 15 Stücke, einige davon überflüssig, das war bei der Band schon immer so, aber auch Höhepunkte wie "Mrs. Bluebeard", "When The Light Comes On" oder der Funk-Disco-Versuch "Push Back The Hands". Im Herbst kommen They Might Be Giants auf ihre erste Deutschlandtour seit Jahren, man sollte sich das ansehen: Besser unterhalten wird man im Indie-Bereich von keiner anderen Band.

Bewertung: 7/12

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