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0 Autor: Frederik Tebbe

Talco - And The Winner Isn't

And The Winner Isn't

Es ist ein interessantes Phänomen, dass selbst Ska-Punk auf einmal nach Hochkultur klingt, nur weil man dazu Italienisch singt. Talco sind trotzdem nicht Tosca und weit davon entfernt, zu einer Band fürs Bildungsbürgertum zu werden.

Stattdessen spielt die Gute-Laune-Truppe aus Venedig ihre Konzerte in immer größer werdenden Clubs vor zumeist tanzendem und ordentlich schwitzendem Publikum und das bis zu 100 Mal im Jahr. "And The Winner Isn’t" ist Talcos siebtes Album seit ihrer Gründung vor etwas mehr als 16 Jahren. Man kann sich also ausrechnen, dass die Italiener über das Durchhaltevermögen und die Hingabe verfügen, so ziemlich alles, was sie haben, in ihre Band zu investieren. "And The Winner Isn’t" ist trotzdem ein Album der Widersprüche: Seines englischen Titels zum Trotz sind die Texte der Songs darauf auf Italienisch verfasst und behandeln – wenn man dem Presseschreiben Glauben schenkt, weil man über keine Italienischkenntnisse verfügt – sozialkritische Inhalte; es gehe um menschliche Erniedrigung, Entwürdigung und Verlogenheit. Danach klingen die Songs allerdings nicht – im Gegenteil. Das Album ist, sofern man Off-Beat, Bläsern und Punkrandale etwas abgewinnen kann, überaus druckvoll, energisch und tanzbar. Talco dürften damit auf Festivals zwischen Russkaja und Flogging Molly für eine ziemlich gute Zeit sorgen. Auf Albumlänge klingt "And The Winner Isn’t" allerdings zu gleichförmig, lässt die gute Laune auf Dauer die Mundwinkel einfrieren – aber das ist wohl auch eine Frage der Zielgruppe. Der Gebrauch ihrer Muttersprache verleiht Talco zumindest einen Exotenbonus in einem tot-geskankten Genre. Ist das dann Talcos Unique Selling Point?

Bewertung: 6/12

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