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Calexico - The Thread That Keeps Us

The Thread That Keeps Us

„Ihr kriegt uns hier nicht raus!“ – Calexicos Antwort auf die derzeitige Regierung ihres Landes ist eindeutig.

Würde man dem ersten Reflex nachgeben, die Antwort auf die Frage, ob die Welt noch ein weiteres unfassbar geschmackvolles Calexico-Album braucht, müsste „Nein“ lauten. Was erstmal wenig über die Qualität von "The Thread That Keeps Us" als über die des Backkatalogs der Band aussagt, die seit 1996 Musik macht. Aber Joey Burns und John Convertino sind noch längst nicht am Ende ihrer Erzählung angekommen. Wie muss sich schließlich eine Band namens Calexico angesichts einer Regierung fühlen, die ihren Wählern versprach, eine Mauer zwischen den USA und ihrem südlichen Nachbarn zu bauen? Es ist eine Mischung aus Bestürzung, Wut und Aufbegehren, die Calexico als Antwort geben und in Songs kanalisieren, die ihrem Sound wieder einmal neue Facetten abringen. Bildlich gesprochen schien noch nie so wenig Sonne in den Songs von Calexico. Immer wieder schleichen sich Störgeräusche ein, geht Burns wenig zimperlich mit seiner Gitarre um, und Convertino tauscht die Besen gegen richtige Sticks ein. "The Thread That Keeps Us" ist kein „Einfach weiter so“, es beinhaltet Ausflüge in den Indierock ("End Of The World With You"), Reggae ("Under The Wheeels") und knarzenden Bluesrock ("Dead In The Water"). Es findet Wohlklang eher zwischen den Zeilen, etwa im wunderbaren "Thrown To The Wild", in dem eine Trompete und etwas, das genauso gut ein Staubsauger wie ein Theremin sein könnte, ein Duett spielen. Es gibt natürlich auch Erwartbares, das Spanisch gesungene "Flores Y Tamales" etwa, aber zumeist zeigen sich Burns und Convertino erstaunlich unversöhnlich. Wer also dem ersten Reflex nachgibt, verpasst etwas.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 4.0/12

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