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0 Autor: Markus Hockenbrink

Born Ruffians - Uncle, Duke & The Chief

Uncle, Duke & The Chief

Die Rückkehr ihres Originalschlagzeugers macht aus dem fünften Album der Kanadier ein zweites Debüt. In den letzten zehn Jahren haben sie außerdem gelernt: Manchmal muss es eben Beatmusik sein.

Die ergebnisoffenen Beteuerungen all der Indieaffinen Bands kennt man inzwischen ja zur Genüge: Wer wollte sich bei all der musikalischen Vielfalt dort draußen noch auf seine eigene Spielecke beschränken, wenn man stattdessen auch mit Dance-Rhythmen, Electro-Einflüssen und HipHop-Anleihen experimentieren kann? Die Idee der großen Freiheit ist manchmal verlockender als ihre Praxis, denn nicht jeder Künstler kann auch kanalisieren, was kreativ auf ihn einströmt. Born Ruffians ziehen die Konsequenz aus ein paar Jahren Safari und konzentrieren sich auf "Uncle, Duke & The Chief" wieder aufs Kerngeschäft: neun kurze Rocksongs, die direkt neben der 60s-Ursuppe köcheln. Statt Boy-meets-Girl-Texten gibt es aber eher Boy-fährt-Girl-zur-Abtreibung-Lyrics ("Working Together") oder Meditationen über das eigene Ableben ("Forget Me"). Sänger Luke Lalonde hat dafür eine Weile vor der elterlichen Plattensammlung gehockt, seine Gefühle aufgeschrieben und sich dann des alten Pop-Tricks bedient, die nachdenklichsten Passagen in die luftigsten Melodien zu kleiden. Am allerbesten funktioniert das im kämpferisch optimistischen "Spread So Thin", dem es gelingt, Zeilen wie „Dance and twirl/ Your broken dreams could fill the world“ wie gute Neuigkeiten zu verkaufen. Mit ihrem neuen Elan klingen Born Ruffians wie eine der wenigen Bands, die eine Zeitmaschine richtig einsetzen würden. Ohrwurmiger Jangle-Pop, in dem sich Naivität und Abgeklärtheit sehr reizend vereinen.

Bewertung: 8/12

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