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0 Autor: Matthias Möde

Ought - Room Inside The World

Room Inside The World

Auf ihrem dritten Album tut die Post-Punk-Band aus Montreal mit Synthesizern und affektiertem Gesang alles, um endlich auch als solche wahrgenommen zu werden.

Vom scheppernden Indierock ihres Debüts – Ought nahmen "More Than Any Other Day" 2014 in einer Woche auf und das Bild auf dem Cover aus einem Müllcontainer – über verzerrten Sonic-Youth-Rock auf "Sun Coming Down" (2015) haben Ought den Fokus mit "Room Inside The World" nun auf das gelegt, was immer ein Teil von ihnen war: Post-Punk. Kunstvoller Post-Punk, wie das Cover nahelegt. Zumindest das über fünfminütige Desire bestätigt das mit Synthesizer-Pluckern, Chor-Gesang und Tim Darcys etwas zu gestelzter Stimme. Darcy hatte vor einem Jahr sein konzentriert ruhiges Solodebüt "Saturday Night" veröffentlicht, dessen Ansätze nun auch bei Ought zu hören sind: variabler Gesang, aufgeräumter Sound, wenig Krach. Neben Gitarre, Bass und Schlagzeug liest sich die Liste der Instrumente etwa mit Vibraphon, Saxophon und Klarinette lang, jedoch klingen die einzelnen Songs meist reduziert und kühl. So auch "These 3 Things", das mit 80er-Synthies und theatralischem Gesang von Einsamkeit und Vergänglichkeit handelt: „Keep the profane in the light/ I have only got this life“. Mit der neuen Post-Punk-Synthesizer-Instrumentierung wirken Darcys Texte noch verkopfter und verlassener als bislang. Das Scheppern und die wirren Wogen der ersten beiden Alben sind so gut wie verschwunden, der Humor und die The-Strokes-Anleihen noch nicht, wie "Discgraced In America" zeigt: „Cover me in blankets/ Cover me in paint/ I’ll dance like a child again/ I’ll die like a marine/ No not that refrain again/ I’m stuck in the same dream/ What a blessing“.

Bewertung: 7/12

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