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0 Autor: Daniel Welsch

The Temperance Movement - A Deeper Cut

A Deeper Cut

Mit ihrem dritten Album vollzieht die britische Band einen Schritt, der sich auf dem Vorgänger "White Bear" bereits angedeutet hatte – weg von den dreckigen Bluesrock-Riffs, hin zu den großen Gesten des Stadionrock.

Ein Tipp vorab: Wer "A Deeper Cut" unvoreingenommen genießen möchte, sollte bei Interviews mit The Temperance Movement nicht so genau hinhören. Da bezeichnet Sänger Phil Campbell das schottisch-englische Quintett gerne als Gralshüter des Rock’n’Rolls, das den echten Sound zurückbringe. Dass auch auf dem dritten Album der Band zwischen Blues, Classic Rock, Southern, Country und Soul jegliche Hinweise auf die jüngere Musikgeschichte fehlen, stört grundsätzlich nicht – in Kombination mit solchen latent reaktionären Aussagen dagegen schon. Während der zwölf Songs von "A Deeper Cut" sollte man ebenfalls besser auf Campbells eindrucksvolle Stimme zwischen heiserem Kratzen und warmem Schmelz achten als auf die Inhalte, wenn etwa "Built-In Forgetter" sich nach einer kurzatmig gebellten Strophe in einen großen melodiösen Refrain öffnet. Campbells Texte voller Klischees und Allgemeinplätze fallen dagegen ab: „Baby I would give you all the tea in China/ Because you’re the sweetest little honey bee that I’ve ever seen“. The Temperance Movement berauben sich auf "A Deeper Cut" ihrer größten Stärke, wenn sie nach drei druckvollen Songs Tempo und Intensität drosseln und ab dem Titelsong hauptsächlich auf sauber ausproduzierte Powerballaden setzen, die schon in der Studioversion nach Stadiontour klingen. Dabei waren auf den beiden Vorgängern gerade die primitiven, scheinbar hingerotzten Songs wie "Modern Massacre" oder "Ain’t No Telling" die Highlights.

Bewertung: 6/12
Leserbewertung: 2.0/12

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