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0 Autor: Florian Zandt

Island - Feels Like Air

Feels Like Air

Der Nachname ihres Sängers deutet es an: Der räudige UK-Indie der Libertines ist eines von vielen Puzzleteilen auf dem Debüt von Island.

Weitere Inspiration holen sich die vier Briten von fluffigem Alternative, Indiepop und großen Stadionbühnen. Das Schweben zwischen den Polen wird nicht nur im Rahmen des Albumartworks deutlich – fällt oder fliegt der Typ? –, sondern auch in der musikalisch luftigen Aufbereitung der elf Songs auf "Feels Like Air". Besonders deutlich wird der beruhigende Flow des traumwandlerischen, schallverliebten Indierocks im beinahe komplett instrumentalen Interlude. Das Stück verbindet zuckrige Delay-Gitarren, einen Schellenkranz und die Feldaufnahme eines sachte dahinplätschernden Bächleins, bevor der raspelige Gesang von Frontmann Rollo Doherty einsetzt und die Idylle zwar akustisch in zwei Teile reißt, sie aber im Anschluss in "Horizon" zu pluckernden Singlenote-Indie-Gitarren wieder zusammenkittet. Für ein erstes Album klingt die junge Band soundtechnisch enorm gefestigt – vielleicht zu sehr. Denn statt eigene Ideen einzubringen, wirft sie zu oft Anklänge an Yannis Philippakis und Caleb Holloway in einen Pott und rührt darin herum, bis die Soße zwar ansprechend, aber wenig eigenständig klingt. Das ist schade, da Dohertys Stimme über eine eigene Note verfügt und vor allem in den Stücken glänzt, die in anderen Gebieten als Indierock wildern, etwa im zwischen Post-Rock und poppigem Shoegaze pendelnden "We Can Go Anywhere", in dem Doherty zarten Schmelz mit sich überschlagender Verve koppelt. Für die laue Luft des Frühsommers ist "Feels Like Air" aber definitiv die richtige Platte, zu der es sich leichtfüßig Richtung Park oder Strand düsen lässt.

Bewertung: 7/12

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