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0 Autor: Markus Hockenbrink

Dream Wife - Dream Wife

Dream Wife

Auf der Grenze zwischen Spaß und Ernst lassen sich die besten Kommentare über beide Seiten treffen. Das Indierock-Trio Dream Wife tagträumt genau dort von Power Pop und Riot Grrrls.

Man kann das natürlich inszeniert finden. Die Gitarristin Alice Go und die Bassistin Bella Podpadec tun sich 2015 mit der isländischen Sängerin Rakel Mjöll zusammen, um an der Kunsthochschule in Brighton eine „fake girl group“ zu gründen. Ein ironischer Name ist schnell gefunden, eine ironische Single ("Lolita") auch, und die dazugehörige Musikrichtung erübrigt sich sowieso: quietschiger Indierock mit spitzen Schreien und geschredderten Gitarren, seit Kathleen, Courtney und Carrie alles zuverlässige Waffen der Wahl. Popfeministische Slogans haben die drei auch im Gepäck, und hier ist dann erstmal Schluss mit lustig. „I am not my body/ I am somebody“, heißt es dann zum Beispiel oder nur scheinbar harmlos: „Do I amuse you?/ Do I confuse you?“. Dream Wife verbinden in ihren dreiminütigen Songs Punk-Energie und Divenglanz, ohne dass das DIY-Element zu kurz kommt, wodurch das Album die Diesseitigkeit eines ansteckenden Live-Konzerts bekommt. Die dazugehörige Rock-Rebellion ist manchmal romantisch ("Spend The Night") und manchmal rabiat. Im hooliganesken Schlussstück "F.U.U." (steht für „Fuck U Up“) etwa drohen die Musikerinnen die Schläge an, die seit den Shangri-Las, den Runaways und Joan Jetts Lederjacke schon immer in der Luft lagen. Spätestens hier hat sich das schlecht beleumundete Wort „fake“ verschlissen, denn Dream Wife sind trotz angemietetem Schlagzeuger und einigen beschaulichen Passagen als arschtretende Girl Group for real.

Bewertung: 7/12

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