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Turbonegro - Rocknroll Machine

Rocknroll Machine

Gibt es etwas Deprimierenderes als eine altersmüde Rockband? Turbonegro versinken mit halbherzigen Retro-Prog-Anwandlungen im Mittelmaß.

Den Norwegern muss selbst gedämmert haben, dass die Glamrock-Frischzellenkur, die die Band ihrem Deathpunk einst auf "Party Animals" (2005) verpasst hatte, längst aufgebraucht ist – eine weitere blasse Selbstkopie wie auf "Sexual Harassment" (2012) wäre zum Scheitern verurteilt gewesen. Den Ausbruch aus eingefahrenen Strukturen versuchen Turbonegro punktuell mit aus dem Progrock entliehenen Synthies – mal retrofuturistisch im Stil der 70er glänzend wie im Albumvorboten "Part III: Rock-N-Roll Machine", mal cheesy den 80ern huldigend wie bei "Skinhead Rock & Roll". Dadurch gewinnt die Platte eine gewisse poppige Luftigkeit, offenbart mangels Schmutz-Schutzschicht aber auch einen Mangel an Substanz: Die „Oi“-Rufe aus der Single klingen wie schlecht vom Blatt abgelesen, auch sonst kommt der Gesang von Ex-Fanclub-Präsident und Sänger Tony Silvester trotz Studio-Politur oft arg dünn daher. Seine Band hält derweil die Prog-Ausflüge selten länger als einen Moment durch, bevor sie wieder in durchschnittliche, lange ausgereizte Glam-Deathpunk-Standards kippen. Die sind zwar selten so freche Selbstplagiate wie im Opener "The Rock And Roll Machine Suite – Part I: Chrome Ozone Creation", der eins zu eins die Dramaturgie aus dem Intro von "The Age Of Pamparius" klaut, klingen aber meistens ziemlich zahnlos. Der beste Song ist folgerichtig der untypischste: Die mit Synthie-Overload und Gniedelsolo auftoupierte "John Carpenter Powder Ballad" befriedigt zwischen Europe, Journey und Asia alle 80er-Hymnen-Fantasien, die je geträumt wurden.

Bewertung: 5/12
Leserbewertung: 5.3/12

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