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0 Autor: Christian Wiensgol

At The Drive-In - Diamanté

Diamanté

Zunächst ausschließlich für die kommerzfreudigen Sammler in den USA erschienen, gibt es den gelungenen Comeback-Nachschlag von At The Drive In nun auch digital. Wobei eine flächendeckende physische Veröffentlichung wünschenswert gewesen wäre – und das nicht nur bezogen auf Vinyl.

Von den 3.000 Ten-Inches, die zum US-amerikanischen Record Store Day am Black Friday im vergangenen November exklusiv in unabhängigen Plattenläden über die Theke gingen, sind noch genügend Exemplare zu guten Preisen erhältlich. Tatsächlich fordern unzählige Fans eine CD-Version. Das zeigt nicht nur, dass das Medium lebendiger ist, als viele meinen, es unterstreicht auch die Stärke der "Diamanté"-EP. In elf Minuten nehmen At The Drive In (mittlerweile ohne Bindestrich) all den Zweiflern den Wind aus den Segeln, die mit der groß angelegten Reunion und dem dazugehörigen Album "Inter Alia" nicht warm werden wollten. Nur Wochen nach der Veröffentlichung nehmen Omar Rodriguez, Cedric Bixler & Co. im Sommer 2017 im Hamburger Clouds Hill Studio mit Johann Scheerer drei fulminante Stücke auf. So unterschiedlich das aufgekratzt aggressive "Amid Ethics", das auf der Rare Tracks-CD in VISIONS 298 zu hören war, das melodische "Despondent At High Noon" und das HipHop-artig treibende "Point Of Demarkation" auch sind, sie alle lassen die perfekt groovende Rhythmusfraktion aus Paul Hinojos und Tony Hajjar die Richtung vorgeben. Vor allem der Abschluss begeistert. "Point Of Demarkation" ist ein ruhiger Song, der nicht wie The Mars Volta mäandert, sondern atmosphärisch und punktgenau zugleich ist – und damit ironischerweise an Hinojos und Hajjars Sparta-Anfangstage mit dem weiterhin nicht zu At The Drive In zurückgekehrten Jim Ward erinnert.

Leserbewertung: 9.0/12

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