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0 Autor: Gerrit Köppl

No Age - Snares Like A Haircut

Snares Like A Haircut

Mit "Snares Like A Haircut" büßt das Noiserock-Duo aus Los Angeles ein wenig von seinem verschrobenen Artpunk-Charme ein, produziert aber sein bisher zugänglichstes Album.

Wer sich zu No Ages schroffem, aber vielschichtigem Lo-fi-Sound auf den fünf bislang erschienenen Platten bereits einen Zugang verschaffen konnte, wird von der räumlichen Fülle und den ungewohnt warmen Klängen auf "Snares Like A Haircut" überrascht sein. Ihr Drag-City-Labeldebüt ist immer noch ganz klar eine Lo-fi-Produktion, was spätestens deutlich wird, wenn Randy Randall und Dean Allen Spunt in stürmischen Songs wie "Tidal" und "Drippy" auf die Verzerrer treten und für die noisigsten Momente auf dem Album sorgen. Doch was die Musik der beiden von anderen Noiserock-Acts abhebt, sind die „songs inside the songs“, wie sie es selbst nennen – ihr Spiel mit flächigen Ambient-Loops und sich überlagernder Samples. In Stücken wie dem Titeltrack stehen diese Soundexperimente als Instrumentals für sich, in anderen Songs verbergen sie sich im Hintergrund und erklingen abseits vom geradlinigen Schlagzeugund Gitarrenspiel der beiden Musiker. Auf dem Album "An Object" (2012) und dessen Vorgängern muss man sich diese Schichten noch hart erarbeiten, weil vieles davon im breiigen Mix untergeht – was seinen eigenen Charme und Reiz hat. Davon geht auf "Snares Like A Haircut" ein bisschen verloren, dafür offenbart der viel stärker definierte Klang schneller den besonderen Kniff von No Ages alles andere als simpler Noiserock-Spielart. Und was Randall und Spunt für ausgesprochen kreative Kompositionen in einzelne Songs verdichten, ist ebenfalls bemerkenswert.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 10.0/12

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