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The Baboon Show - Radio Rebelde

Radio Rebelde

Die vielleicht beste Band zwischen 77er Punk, Schwedenrock und Power Pop macht auf ihrer achten Platte nicht viel anders. Hooray!

Der Titeltrack sorgt zum Einstieg direkt für klare Verhältnisse: Scheppernder Punkrock schlägt eine Bresche, Cecilia Boström singt mit ihrer kratzigen Stimme hymnisch-aggressive Melodien, im Refrain folgt die große Verbrüderung zu Sätzen wie „You are not alone“ – die vier Schweden treten auf "Radio Rebelde" so wild, lustvoll, rebellisch und solidarisch wie eh und je auf. An jenem Sound, den The Baboon Show sich aus der Punk-Ursuppe um Bands wie Blondie, Buzzcocks oder Dead Kennedys gezogen haben und den sie mit Einflüssen wie Nashville Pussy, The Hellacopters oder Rose Tattoo anreichern, muss sich eh nichts ändern; er klingt eingängiger und treibender denn je. So geht es auf "Radio Rebelde" um die Nuancen und Kleinigkeiten: Die "Self Esteem"-Akkorde und Toto-Background-Chöre im Mid-Tempo-Smasher "All Of Me". Die gelegentliche melancholische Note, die nicht nur das großartige Arbeiter-Kampflied "Same Old Story" mit seinem einigenden A-capella-Chor überfällt. Das "All Along The Watchtower"-Zitat im AC/DC-artigen Kopfnicker "Hurray". Die Psychobilly-Handclap-Eskalation von "Hit The Floor". Oder den Elektro-Punk-Puls von "War". Zerrissen wirken die verschiedenen Zugänge dabei nie: "Radio Rebelde" bleibt im Kern immer wüster Punkrock mit erhabenen Melodien, antikapitalistisch und widerständig, warmherzig und aufrichtig, gespielt mit unbändiger Energie und zunehmend auch mit satter Stadionrock-Attitüde. Das ist ausdrücklich als Kompliment gemeint: The Baboon Show klingen längst viel größer, als man es diesen rotzigen Punk-Soldaten mal zugetraut hat.

Bewertung: 8/12

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