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0 Autor: Matthias Möde

Esmerine - Mechanics of Dominion

 Mechanics of Dominion

Esmerine bleiben instrumental und perkussiv, setzen den thematischen Ansatz ihres neuen Albums – der Klimwandel und seine Folgen – aber nur ansatzweise nachvollziehbar um.

Wie wunderbar sich eine eindeutige Ausrichtung auswirken kann, zeigten Esmerine 2013, mit ihrem bis heute unübertroffenen Album "Dalmak", das von ihrem langen Aufenthalt in Istanbul beeinflusst war und Nahost-Klänge mit Streichern und Marimba mischte. Letztere ist spätestens seit "Dalmak" und dem gleichzeitigen Einstieg von Perkussionist Jamie Thompson und Multi-Instrumentalist Brian Sanderson nicht mehr aus dem Sound von Esmerine wegzudenken. Sanderson und Bruce Cawdron (Ex-Godspeed You! Black Emperor) spielen mit vier bis acht Schlägeln auf den soundbestimmenden Mallet-Instrumenten und Rebecca Foon (Ex-Silver Mt. Zion) sorgt am Cello für den anderen entscheidenden Sound-Part von Esmerine. Foon hat als Saltland auf "A Common Truth" zuletzt schon über den Klimawandel gesungen, nun setzt sie das Thema – ohne Gesang – auch mit ihrer Band um. Die Videos zu den Songs zeigen Naturaufnahmen und die Eingriffe des Menschen darin: Fabriken, Rost und Feuer. Diesen Zwiespalt hört man am besten in "Que Se Vayan Todos", das sanft mit Piano und Streichern eröffnet, nach rund drei Minuten aber von einem wilden Beat vorangetrieben wird. Darüber, darunter und dazwischen versuchen sich unter anderem Gitarre und Violine zu behaupten – vergeblich. Der Titeltrack schließt ähnlich dramatisch und beatlastig an, dann folgt die siebenminütige Trauerballade "Northeast Kingdom", mit windschiefem Piano, Violinen und Kontrabass. Esmerine ist das nächste, so eigene wie grandiose Album zwischen Neoklassik, Ambient, Folk, Jazz und Rock gelungen.

Bewertung: 9/12

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