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0 Autor: Conrad Pohlmann

Death From Above - Outrage! Is Now

Outrage! Is Now

"1979“ ist Geschichte – die beiden Krawallbrüder von Death From Above sind fortan wieder ohne Namenszusatz unterwegs. Ansonsten hat sich nicht viel geändert: Auf Outrage! Is Now gibt es zum zweiten Mal seit der Reunion mit Schlagzeug und Bass gehörig eins auf den Rüssel.

"It's the same old song, just a different tune", stellte der singende Schlagzeuger Sebastien Grainger schon 2014 auf der Comeback-Platte "The Physical World" klar. Das gilt heute noch mehr als vor drei Jahren: Denn während "The Physical World" das Brachiale des Debüts "You're A Woman, I'm A Machine" dezent herunterfuhr, um den seit jeher vorhandenen Pop-Appeal hervorzuheben, bleibt "Outrage! Is Now" der Ausrichtung seines Vorgängers treu – und liefert somit keine 3.0.-Version, sondern das 2.1.-Update. Grainger hämmert zuckende Tanzbeingrooves in sein Kit und pendelt stimmlich zwischen inbrünstigem Geheul und laszivem Vibrato, während Jesse Keeler wahlweise Bass oder Synthesizer ein tieftöniges Bratzeln entlockt. Dass sich unter dieser rauen Schorfschicht meist unfassbar eingängige Melodien verbergen, offenbart der stürmische Endorphin-Kick "All I C Is U & Me", das mitreißend stampfende "Never Swim Alone" – und vor allem die Single "Freeze Me" mit ihrer genialen Piano-Figur. Dennoch landet das dritte Album des kanadischen Duos knapp hinter den bisherigen Releases. Denn neben einem Schuss Explosivität in den ausgedehnten Midtempo-Passagen fehlen die überraschenden Neuerungen, um die Fans ein weiteres Mal zu überrumpeln. Ein Album mit mehreren Über-Rumplern wie dem wüsten "NVR 4EVR" oder dem furiosen Finale "Holy Books" und ansonsten durchweg überzeugenden Songs ist "Outrage! Is Now" dennoch geworden.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 10.0/12

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