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0 Autor: Daniel Welsch

Dälek - Endangered Philosophies

Endangered Philosophies

Es spricht nicht für den Zustand der Welt, dass die dystopische Musik der Noise-Rap-Pioniere immer noch so zeitgemäß klingt.

"I'm your worst nightmare /Educated and born here /Prepared for warfare /We ain't going nowhere." Es ist klar, wem Will Brooks auf "Son Of Immigrants" den Krieg erklärt. Schon der Albumtitel "Endangered Philosophies" kann als Reaktion auf den Anti-Intellektualismus der Trump-Regierung gelesen werden, die Songtexte des achten Albums sparen sich solche Andeutungen oder Metaphern und formulieren die Anklage gegen den neu erstarkten Rassismus, Nationalismus und die damit verbundene Gewalt direkt und eindringlich. Weil Brooks auf "Endangered Philosophies" als Sprachrohr der Opposition auftritt, will der MC auch verstanden werden. Seine Stimme ist deshalb weniger verzerrt und verfremdet als auf früheren Alben, wird seltener von brodelnden Lärm-Lawinen verschluckt. Überhaupt klingen die elf neuen Songs introvertierter als das Comeback-Album "Asphalt For Eden" aus dem vergangenen Jahr, ohne dabei an Dringlichkeit einzubüßen. Statt wie auf dem Vorgänger die Gitarren und anderen Instrumente selbst einzuspielen und anschließend durch den Noise-Fleischwolf zu jagen, ließen sich Dälek das Ausgangsmaterial für die Instrumentals ihres achten Albums von befreundeten Musikern zuschicken. So spielten Metz die Gitarren für drei Songs ein, Dave Witte von Municipal Waste steuerte Drums bei und Chris Cole von Third Eye Foundation Cello-Parts, die bei "Straight Razor" fiebrig flimmern, das überraschend eingängige "Beyond The Madness" dagegen in luftige Höhen entführen. Meist bleiben Dälek aber ganz unten im Dreck, den sie seit mittlerweile 20 Jahren in faszinierenden Noise-Rap verwandeln.

Bewertung: 8/12

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