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0 Autor: Britta Helm

Life - Popular Music

Popular Music

Was für ein Mist, dass die englische Arbeiterklasse nicht mehr als Motor für angesagte Musik taugt. Life kanalisieren ihren Frust in althergebrachten britischen Schnodderrock.

Womit auch direkt klar wäre, dass es sich hier nicht um das nächste Revival der 90er-Band um Ed Kowalczyk mit dem V in der Mitte handelt. Auch nicht um die andere Band mit F, in die Incubus-Schlagzeuger José Pasillas mal kurz involviert war, sondern um vier junge Typen aus dem englischen Hull, denen nicht nur kein besserer Name eingefallen ist, sondern auch sonst nicht viel Originelles. "Popular Music" ist ihre Wunschvorstellung von einer Musikwelt, die 2017 nichts Besseres zu tun hat, als sich von ein paar angeödeten blassen Briten anrotzen zu lassen. Irgendwo zwischen Postpunk, Garagenkrach und Britrap reißen Life auf ihrem Debüt elf Songs runter und nehmen dabei wirklich jeden Fitzel melodischen Schmutz mit, den die letzten 30 Jahre liegengelassen haben. Sänger Mez Sanders-Green kräht sich hier zur ranzigsten Version der Arctic Monkeys die Arbeiterseele aus dem Hals, hüpft da schnoddrig über Beats wie die Sleaford Mods oder Jamie T und croont und zischt sich dort durch Momente, die Gang Of Four zu albern gewesen wären. Ihr Glück, dass sich aus so mitreißenden Einflüssen nur etwas Flottes mischen lässt; ihr Pech, dass man sich bei überdrehten Punksongs wie "In Your Hands" und kurzweiligen Indierap-Stücken wie "Rare Boots" nie merken können wird, wer jetzt noch mal die Band dazu war. Die allzu bemühte politische Standortbestimmung im Schlusssong "Euromillions" reißt es mit Zeilen wie "You have the right to bear arms if youʼve got the right coloured arms" auch nicht raus.

Bewertung: 7/12

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