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0 Autor: Daniel Thomas

Arcane Roots - Melancholia Hymns

Melancholia Hymns

Fällt der Ausdruck „melancholische Hymnen“, reicht die kollektive Assoziationskette von Leonard Cohen bis Bring Me The Horizon. Beim britischen Progrock-Trio Arcane Roots überlappen sich die beiden Enden.

"Ich habe nie das Gefühl, dass eine bestimmte Musikrichtung nicht zu unserer Band passt", konstatierte Sänger Andrew Groves vor vier Jahren gegenüber VISIONS. Das traf bereits für das Debüt "Blood &Chemistry" zu. Wie ernst gemeint diese Aussage tatsächlich war, wird aber erst jetzt mit "Melancholia Hymns" deutlich. Vor vier Jahren wurden Arcane Roots als die neuen Biffy Clyro gehandelt, das wird mit dem Nachfolger nicht mehr passieren. Im Vergleich zu ihrem Debüt und im Vergleich zu den Schotten scheint sich bei den Londonern die ad-hoc wahrgenommene Gefühlsspanne erneut potenziert zu haben. Vom ziselierenden Artpop aus "Fireflies" zu den zerstörerischen Blastbeat-Salven in "Everything (All At Once)" brauchen Arcane Roots nur eine Strophe. Zwischen dem ätherischen Auftakt in "Before Me" und dem elektronischen Progrock von "Matter", das völlig arglos im Emo- und Hardcore seine Klimax sucht, vergehen keine drei Minuten. Was sich wie eine unappetitliche Emulsion aus verschiedenen VISIONS-Genres liest, entfaltet nach wenigen Durchläufen individuellen Charme. Bei den meterdicken Sound-Ambitionen vergisst man nur allzu schnell, dass Arcane Roots nur zu dritt sind. Das muss einem der mit Flutlicht ausgeleuchtete Alternative-Rock in "Indigo" erst wieder ins Gedächtnis rufen. Es ist einer der konventionellsten Songs der Platte und dennoch einer unter zehn vielschichtigen, denen an mancher Stelle ein Höhenrausch weniger gut getan hätte.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 10.0/12

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