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0 Autor: Markus Hockenbrink

Wolf Alice - Visions Of A Life

Visions Of A Life

Ihre britischen Fans haben Wolf Alice den Auftrag gegeben, eins der großen Alben des Jahren abzuliefern. Angesichts dieser Herausforderung changiert das Londoner Quartett durch die unterschiedlichsten Stile, legt falsche Fährten und lässt alle Türen offen stehen.

Die ersten beiden Singles von Wolf Alices zweitem Album sind jeweils genau 2:14 Minuten lang, heißen "Yuk Foo" respektive "Beautifully Unconventional" und sind so gut wie gar nicht repräsentativ für den Rest der LP. Aber vielleicht ist das ja Teil der Faszination einer Band, die im UK gerade eine ganze Menge Fans im Teenager-Alter hinter sich schart, die offenbar Lust auf Rockmusik haben. Das wiederum ist ein dehnbarer Begriff, und Wolf Alice dehnen ihn noch ein Stück weiter, damit all die Einflüsse Platz haben, die sie gerne auf der Tanzkarte hätten. Prinzipiell wird alles gern gesehen, was man unter einem dezent abgedunkelten Shoegaze-Schleier parken kann, der einem mit Wärme und Druck ins Gesicht weht, ohne dabei seine angeborene Anmut zu verlieren. Erwünscht ist alles, was in den letzten knapp zehn Jahren an stimmungsvollem Radio-Indie Willen zur Größe gezeigt hat, also etwa The XX, Warpaint oder Daughter, aber eben auch schwieriger zu vermittelnde Krachmacher abseits der Charts-Spitzen. "Visions Of A Life" ist üppig in Klang und Umfang, ein Alternative-Rock-Bankett, kuratiert von Sängerin/Gitarristin Ellie Rowsell. Rein inhaltlich scheint es bei Themen wie dem "Sad Boy", der zu viel nachdenkt, der Internet-Romanze "Don’t Delete The Kisses" und dem H&M-Punker "Yuk Foo" eher beschaulich zuzugehen, das klasse achtminütige Titelstück muss ihnen allerdings auch erst einmal jemand nachmachen.

Bewertung: 7/12

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