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0 Autor: Vivien Stellmach

Comeback Kid - Outsider

Outsider
  • VÖ: 08.09.2017
  • Label: Nuclear Blast/Warner
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 294

Die harten Hunde des Melodic-Hardcore wackeln mit den Schwänzen: Comeback Kid zeigen keine Schwäche.

Vor drei Jahren hatte die Band ihr fünftes Studioalbum "Die Knowing" mit schwer schleppenden Riffs eröffnet, die so träge klangen, als wären die beiden Gitarristen Stu Ross und Jeremy Hiebert monatelang nicht im Fitnessstudio gewesen. Ein bisschen langweilig, aber zu verschmerzen. "Outsider", so der Titel des Nachfolgers, macht es wieder besser. Im Titeltrack sägen bedrohliche Gitarren eine Melodie nach der anderen auseinander, Sänger Andrew Neufeld spuckt dazu Zeilen so unverständlich wie eh und je aus seiner dreckigen Kehle. Comeback Kid klingen wieder taufrisch und unverbraucht, sie bellen und beißen und prügeln so unerbittlich auf ihre Instrumente ein, dass in "Somewhere, Somehow" so etwas wie ein sanftes Slayer-Riff erklingt. In "Consumed The Visions" tritt die Band etwas freundlicher auf, im punkigsten Song brüllt passenderweise Flatliners-Frontmann Chris Cresswell mit. Wo wir gerade bei Schreihälsen sind: "Absolute" ist ein fieser, atemloser Hardcore-Brecher, in dem Neufeld zusammen mit Prog-Weirdo Devin Townsend ordentlich Krach macht, während in Moment "In The Time" Matthew Daniel Goud alias Northcote mit von der Partie ist. Der kanadische Singer/Songwriter täuscht mit seiner tiefen Stimme einen trostlosen, ruhigen letzten Song an. Comeback Kid würde so einer natürlich nicht in den Sinn kommen, also schlägt die Band anschließend umso rücksichtsloser um sich. "Outsider" zerrt in den richtigen Momenten an den Nerven, drängt sich mit hinterlistigen Melodien auf und schubst alle weg, die dabei kurz nicht aufpassen.

Bewertung: 8/12

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