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0 Autor: Gerrit Köppl

Alvvays - Antisocialities

Antisocialities

Die Indiepop-Band ist bekannt für ihren verführerischen Überhit "Archie, Marry Me": Auch "Antisocialites" hat einige herausragende Stücke vorzuweisen. Doch neben denen plätschern die restlichen Songs nur vor sich hin.

Grundsätzlich bleiben Alvvays auf ihrer neuen Platte dem sphärisch-verträumten Indierock-Sound treu, den sie auf ihrem nach der Band benannten Debüt etabliert hatten. Molly Rankins zärtliche Stimme klingt durch die glitzernden Gitarrenvorhänge und die dynamischen Synthie-Wolken betörend. Doch in Songs wie "Your Type" und "Lollipop (Ode To Jim)" demonstrieren die Kanadier eine neue Stärke. Darin klingen sie mehr wie eine Dreampop-Version der Ramones, als nach zuverlässigen Lieferanten für schüchterne Independent-Kitschfilm-Soundtracks. Vor die verhallte Soundkulisse treten selbstbewusst angezerrte Power-Akkorde, für die Band ungewöhnlich treibende Beats und eine Sängerin, die sich auf einmal zu Ausbrüchen hinreißen lässt – wenn auch weiterhin nur ganz behutsam. Neben dem starken "Plimsoll Punks" hinterlässt das vorausgegangene "Dreams Tonite" einen von sich selbst gelangweilten Eindruck, auch "Forget About Life" fehlt zum Abschluss des Albums trotz eines tollen Refrains der verspielte Drive von "Saved By A Waif". Die übrigen Songs wirken im Vergleich eher schwach, schaffen es beim Durchhören nicht, für sich selbst zu stehen und wirken wie reines Füllmaterial. Mit nur einer Handvoll Highlights kann "Antisocialites" einfach nicht auf ganzer Linie überzeugen; der Platte ist aber anzuhören, dass in der Band das Potenzial für mehr nach wie vor schlummert.

Bewertung: 6/12

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