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0 Autor: Sebastian Berlich

The Haunted - Strength In Numbers

Strength In Numbers

Nach dem Reboot ist vor dem Sequel: The Haunted trauen sich langsam aus ihrer wohligen Thrash-Festung und unternehmen kleinere Ausflüge ins nähere Umland.

Der Vorgänger "Exit Wounds" war nach tiefgreifenden Besetzungswechseln und zuletzt orientierungslos wirkender Wilderei im Feld des Alternative Rock sicher eine notwendige Rückbesinnung, offenbarte auf Dauer jedoch klare Schwächen. Neben einigem mittelmäßigen Material in der Mitte der Platte schien vor allem fraglich, in welche Richtung es für das notorisch rastlose Quintett gehen sollte, gerade angesichts der limitierten Fähigkeiten des neuen alten Sängers Marco Aro. "Strength In Numbers" wagt nun keinen vollkommenen U-Turn, überrascht aber mit einer Vielschichtigkeit, die sich aus den Stärken der einzelnen Mitglieder speist. Lob verdient dabei vor allem die Arbeit Ola Englunds, der sich hier vermehrt am Songwriting beteiligt und immer wieder Riffs beisteuert, die im Gegensatz zu Patrik Jensens bewährten Thrash-Eskapaden wie "Brute Force" oder "Tighten The Noose" den Blick über den Tellerrand wagen. Seiner Arbeit bei Feared ganz ähnlich fügt er mit Elementen aus melancholischem Melodic Death Metal Dark Tranquilitys ("Spark") oder moderatem Djent ("Preachers Of Death") dem aggressiv-frontalen Bandsound ein paar düstere Facetten hinzu. Fahrig werden The Haunted dabei nie, im Gegenteil: Vom milde proggigen Intro-Track "Fill The Darkness With Black" bis zum atmosphärisch-wuchtigen Monuments entspannt sich eine dichte Dramaturgie, in der Aro zwar nicht mit Variabilität, immerhin aber mit Engagement glänzt. Innovation findet mittlerweile andernorts statt, gerecht werden The Haunted ihrem Erbe aber allemal.

Bewertung: 8/12

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