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0 Autor: Juliane Kehr

Nothing But Thieves - Broken Machine

Broken Machine

Mit dem Nachfolger ihres gefeierten Debüts wischen Nothing But Thieves mit einem Aschelzucken und einem ordentlichen Schuß Theatralik selbstbewusst die meisten Probleme weg, die ein zweites Album machen kann.

Dass der Anschluss so gut gelingt, ist vor allem Sänger Conor Masons Verdienst, der sich mit Inbrunst, großen Gesten und klagendem Falsett-Gesang in jeden der 15 Songs stürzt, als wäre es seine Bestimmung, deren Essenz zum Leuchten zu bringen. Dem Quintett aus dem britischen Southend-By-Sea geht es jedoch nicht nur um die Außenwirkung, sondern auch um das, was sich unter der Oberfläche befindet. Das spiegelt bereits das Covermotiv einer alabasterfarbenen Frau wieder, deren Profil von weitverzweigten goldenen Rissen durchzogen ist. Passend dazu finden sich in der Tracklist Songs wie das aufbrausende "I'm Not Made By Design", das in tosende Hard-Rock-Gitarren ausbricht und schließlich einem markerschütternd rauen Schrei Masons Platz macht. Auch der Opener "I Was Just A Kid" setzt mit nervös flackernden Gitarren, treibendem Rhythmus und Textzeilen wie "I was just a kid/ I needed answers" auf einen offensiven und mitreißenden Einstieg ins Album. Im Verlauf der Platte nutzt sich das aber ab und der Wunsch nach etwas weniger Dramatik und mehr Behutsamkeit wird größer. So überfährt einen das in Gesang und Attitüde an Royal Blood erinnernde "Number 13" ungebremst, und in der Pianoversion von "Particles" leidet Mason in einer derart unangenehmen Frequenz, dass es kaum zu ertragen ist, den Song zu Ende zu hören. Die wesentliche Erkenntnis am Ende der Platte ist aber positiv: Nothing But Thieves haben in der gut gefüllten Schublade für britische Einweg-Indierock-Bands nichts verloren.

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