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0 Autor: Carsten Sandkämper

Roger Waters - Is This The Life We Really Want?

Is This The Life We Really Want?

Man führe sich vor Augen: Roger Waters und Donald Trump entstammen der gleichen Generation. Beide haben ein Faible für Mauern. Glücklicherweise hört die Vergleichbarkeit hier auf. Mehr noch: Waters hasst Trump.

Und das mit einer Leidenschaft, die ihn dazu bewegt hat, 25 Jahre nach seinem letzten Solo-Album "Amused To Death" einen weiteren sozialkritischen Kommentar zur Zeit abzugeben. Waters' ewige Themen – die Ungerechtigkeit, persönliche Isolation und Vereinsamung, das immanent Böse im Widerstreit der Mächte – sind ab dem ersten Ton von "Is This The Life..." so präsent wie eh und je. Ganz so wie seinerzeit "The Final Cut" dem politischen Vermächtnis von Maggie Thatcher ein niederschmetterndes Zeugnis ausstellte, nimmt sich Waters heute den „Nincompoop“, den Trottel im Weißen Haus vor. An der gleichen Kette aufgereiht holt er gegen die zynische Präzision des Drohnenkriegs aus, lässt Flüchtlinge in seinem inzwischen recht brüchigen Organ die Welt anklagen und schert sich einen feuchten Dreck darum, wen er beleidigt. Musikalisch sieht das ganze etwas anders aus. Auf der Klaviatur früherer Erfolge seiner Ex-Band Pink Floyd klingt das neue Album mal nach "Wish You Were Here", mal nach "Animals", mal nach den ruhigen Momenten von "The Wall". Die Zitate übernimmt eine versierte Band aus Studiomusikern, die ansonsten für Beck, Radiohead und vergleichbare Giganten der Neuzeit spielen. Vom ersten Moment an findet sich der Hörer im zum Markenzeichen gewachsenen Sound von Nigel Godrich wieder. Das ist alles recht harmlos, anheimelnd, aber schlussendlich angemessen. Waters wollte wohl einfach klarstellen, was er über den um sich greifenden Wahnsinn in unserer Welt denkt.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 8.0/12

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