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0 Autor: Stefan Reuter

Eighteen Visions - XVIII

XVIII

Die Metalcore-Pioniere aus Orange County kehren zehn Jahre nach ihrer Auflösung zurück, um ihre Erben auf den Pfad der Tugend zurückzuführen. Das gelingt ihnen überraschend gut.

Der größte Fehler, den Eighteen Visions hätten machen können, wäre nahtlos an ihr letztes, selbstbetiteltes Album von 2006 anzuschließen. Zahnlosen Posthardcore mit klebrigen Refrains, dargeboten von schlecht geschminkten Jungs, braucht es 2017 wirklich nicht mehr. Das scheint auch den Kaliforniern klar gewesen zu sein, die sich stattdessen auf ihre eigenen Anfänge besinnen und das mit dem Metal und dem Core wieder ernst nehmen. Und so lassen sie dem unheilvollen Insektensummen in "Crucified" ein Donnerwetter folgen, bei dem selbst abgebrühten Deathcore-Fans die ausgeleierten Ohrläppchen schlackern. "The Disease, The Decline, And Wasted Time" zeigt dann mit Sleaze-Rock-Elementen, wie Erwachsene das mit der Eingängigkeit inmitten des ganzen Geballers lösen. Ganz ähnlich funktioniert ein heißer Kandidat für den Songtitel des Jahres: "Laid To Waste In The Shit Of Man". Die Quoten-Ballade sparen sich Eighteen Visions, um runter zu kommen setzen sie lieber auf Groove. Mit diesen Kniffen gelingt ihnen eine Genre-Platte, die neue Fans finden und alte mindestens nostalgisch stimmen sollte. "Live Again" legt die Vermutung nahe, dass die Musiker selbst einfach mal wieder Bühnenluft schnuppern wollten: "We’ll never forget the days we made the most of our memories". Da sie dabei an eine Kreuzung aus Marilyn Manson und Hatebreed erinnern, und sich das gruseliger liest, als es klingt, darf festgehalten werden: Mit "XVIII" ist ein Grundstein für weitere Erinnerungen gelegt.

Bewertung: 8/12

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