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Sikth - The Future In Whose Eyes?

The Future In Whose Eyes?

Mit dem irren Prog Metal der Briten muss man umgehen können. Sich darauf einzulassen, zahlt sich aber aus. Sich selbst sehen Sikth keinesfalls in der Tradition dessen, was Fans von technischem Metal heutzutage unter dem Begriff Djent verstehen – dennoch hat die Band das Genre beinahe im Alleingang aus der Taufe gehoben. Ihr Comeback-Album "The Future In Whose Eyes?" zeigt, dass Sikth den Spagat zwischen höchst hymnischen Refrains und verhackstücktem Rhythmusgefrickel weiterhin perfekt beherrschen. Da ist der Opener "Vivid", dessen Chorus durch das Gegenspiel von Chaos-Donnergurgler Mikee Goodman und dem melodisch versierten Neuzugang am Mikro Joe Rosser fast schon über Single-Qualitäten verfügt – wären da nicht das dissonante Stakkato-Riffing und Goodmans Sprechgesangs- und Kreisch-Einwürfe. Da ist "This Ship Has Sailed", in dem Goodman vor wabernden Soundflächen flüsternd und mit auf- und abschwellendem Grummeln die moderne Gesellschaft durch den Kakao zieht. Und da sind Songs wie das bedrohlich hin und her zuckende "Cracks Of Light", die all die Elemente, die Sikth so besonders machen, zu einem schlüssigen Ganzen verbinden. Mit der Mischung aus Klargesang, Geschrei, opernhaftem Spoken-Word-Vortrag, Haken schlagenden Düstermetal-Gitarren und maximaler rhythmischer Variabilität stecken Sikth auch nach elf Jahren Albumpause alles, was mittlerweile als Djent firmiert, locker in die Tasche – vor allem dank der wieder einmal absolut irren Performance von Goodman am Mikrofon. 9/12 Florian Zandt

Immer noch nicht tief genug verbuddelt: Sikth lassen Nu Metal, Kreischprog und Klingelcore auferstehen. Wie oft denn noch? Und ja, guckt mal, Sikth, so gehen echte falsche Fragen, bei denen man sich nicht schon beim Lesen von einem Stapel Reclam-Huxleys stürzen will wie zur Pseudonachdenklichkeit von "The Future In Whose Eyes?" oder "Century Of The Narcissist"? Schon klar, Sikth aus Hertfordshire in England sind auch zehn Jahre nach ihrem eigentlich zugesagten Ende noch hart tiefsinnige Typen, deshalb schreiben sie ihr T auch prinzipiell groß, und der Mist, den sie aus Gedudel, Geballer, Geschwaller und Djent zu einem dritten Album zusammenproduziert haben, handelt von irgendwas Krassem mit Träumen, das sich nur mithilfe sinnloser Sinnfragen ausdrücken lässt. Ist das eine Entschuldigung? War doch gerade so schön ruhig hier, als mal niemand Korn und Enter Shikari und From First To Last und den Sprecher von Nickelback in einer Arena aufeinander losgelassen hat, um sie alle gleichzeitig gewinnen zu lassen. Sikth halten es tatsächlich für Mathcore, ihre überkandidelten Plustersongs mit Quatschriffs und Sprechparts vollzustopfen, was ungefähr so viel Mathematisches hat wie die Loser, die egal welche Fragen immer noch mit „42“ beantworten und dann abwartend die Augenbrauen hochziehen, bis man sie ihnen poliert. Apropos: Hat sich Greg Puciato inzwischen eigentlich genug ausgeruht, um eine andere Band als seine eigene plattzumachen? Bitte weitersagen, er wird hier gebraucht. 4/12 Britta Helm

Leserbewertung: 9.0/12

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