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0 Autor: Florian Zandt

Die Negation - Herrschaft der Vernunft

Herrschaft der Vernunft

Maximal angepisster, frisch groovender Hardcore-Punk, der die ewig gleiche Rummsgitarren-Formel erfolgreich aufbricht und textlich zum direktesten gehört, was das Genre zu bieten hat.

Überfremdung durch Social Media, die im Aufwind befindliche braune Politiksuppe, Kantische Staatsphilosophie: Die Themen, die das Quartett auf seinem ersten Album aufgreift, könnten gewichtiger und aktueller nicht sein. Diese inhaltliche Wucht übertragen Die Negation gekonnt auf ihre Musik. Sänger Michael Laur de Manos braucht mit Sicherheit nach jeder Show Halstabletten und einen warmen Tee mit Schuss, und Heaven-Shall-Burn-Schlagzeuger Christian Bass flechtet Schellenkranz-Grooves erfolgreich an Breakdowns und mit dem Blick auf die Überholspur eingedroschenen Viervierteltakt. So weit, so üblich im Hardcore. Was Herrschaft der Vernunft zu einem herausragenden Album macht, ist das Zusammenspiel aus Marcel Sasses Gitarre und Alan Kassabs Bass. Der poltert dominant im Vordergrund und erzeugt einen gegen den Strich gebürsteten Kontrapunkt zu Sasses Melodieverständnis. Den für Genreverhältnisse milden Verzerrungsgrad kombiniert der Gitarrist mal mit dissonantem Riffing wie in der ersten Hälfte von Knochenmann, mal mit sludgigem Moll-Gewitter in Wer alle Welt schätzt, schätzt am Ende keinen, mal mit an The Bronx erinnernden Bastard-Grooves in Schalen des Zorns. Am Ende macht es allerdings tatsächlich die Mischung aus den, für sich stehenden Elementen, die für viel Schaum vor dem Mund von Die Negation sorgt. Eine schmerzhafte Tour de Force durch groovenden Asirock, Hardcore und Punk, die Hirn und Herz zu gleichen Teilen durch den Fleischwolf dreht.

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