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0 Autor: Markus Hockenbrink

Wavves - You're Welcome

You're Welcome

Wenn auf Nathan Williams’ Grabstein eines Tages steht, dass er die Ironie auf dem Gewissen hat, wäre er vermutlich stolz auf sich. Bis dahin kann es allerdings noch etwas dauern.

Und zwar nicht nur, weil im Song "Dreams Of Grandeur" die Rede davon ist, dass der Sänger noch möglichst alt werden möchte. Das Problem mit Wavves ist ein bisschen, dass die Musik selbst schnell altert. In dem Moment zum Beispiel, wo man vom Tag am Strand zurückkommt, das Auto anhält und das Radio ausschaltet. Wavves sind seit circa zehn Jahren mit einer koffeinhaltigen Pop-Punk-Mischung am Start, die unter dem Namen Slacker-Rock das Alpha und Omega ihres Reizes beschreibt. Der besteht darin, die Frisur im Takt der schnellen Stücke zu schütteln und ansonsten das zu tun, was Jugendliche gemacht haben, bevor sie sich für Internetpromis oder den islamischen Jihad interessiert haben: Kiffen, Knutschen, Rumgammeln. Die perfekte Partnerin dazu hat Williams nach wie vor in Beth Consentino von Best Coast, die ihre Songs auf ganz ähnliche Art schreibt, indem sie einfach notiert, wie sie sich momentan fühlt. Je banaler, desto besser. Aus Songs namens "So Bored" könnte man mittlerweile ein eigenes Mixtape machen, und auch "You’re Welcome" hat wieder Texte über Swimmingpools und Limonade ("No Shade") und den guten alten Schämkater ("Hollowed Out") parat. In "Exercise" wird’s einmal kurz politisch: "We’re dancing while the world is burning down/ I can’t believe the shit they feed us/ They lie into our face – it’s true". Einerseits ist man dankbar dafür, dass hier keine Verschwörungstheorie folgt. Andererseits ist es ein komisches Gefühl, dass man jetzt weiß, wie Schulterzucken als Musik klingt.

Bewertung: 6/12

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