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0 Autor: Christian Wiensgol

Counterfeit - Together We Are Stronger

Together We Are Stronger
  • VÖ: 17.03.2017
  • Label: Xtra Mile

Mit angriffslustigem, aber vorhersehbarem Alternative und Punkrock spielen Counterfeit gegen den Promibonus ihres Frontmanns an.

Der Titel ihres Debüts macht zum einen deutlich, dass Gitarrist und Sänger Jamie Campbell Bower auf klare, aber beliebige Worte setzt. Zum anderen unterstreicht "Together We Are Stronger", dass Bower sein musikalisches Outlet unbedingt als Band verstanden wissen will. Den Kern der Counterfeit-Fans bilden dennoch all jene, die den Briten aus den Twilight- und Harry-Potter-Filmen kennen. Auch wenn er live die oberkörperfreie Rampensau gibt, übersteigt seine Selbstinszenierung nicht das Maß anderer Frontmänner, was Counterfeit etwa von 30 Seconds To Mars unterscheidet. Wo Jared Leto sein pathetisches Schauspiel auf den Rockkontext überträgt, will Bower abseits des Films einfach nur Teil einer verschwitzten Punkband sein. Auf deren erstem Album gelingt ihm das weitestgehend. Sein Gesang ist gewollt rotzig, aber unaufdringlich genug, um nicht den Spaß am Rock’n’Roll-Feuerwerk zu verderben, das die fünf in neun von zehn Songs zünden. Von stampfenden Nu-Metal-Riffs bis Posthardcore-Ausbrüchen ist alles dabei – außer Originalität. Das abschließende "Letters To The Lost" bricht mit der Routine und avanciert zum späten Highlight. Bowers Stimme allein mit E-Gitarre, beide nur vereinzelt verzerrt, im Gedenken an verlorene Freunde und die eigene Schuld am Verlust. Wohl für jeden außer Thomas Mitchener hätte es auf der Hand gelegen, so einen Song zu einer Rockballade aufzublasen. Doch der Produzent macht wie zuletzt bei Frank Carter & The Rattlesnakes alles richtig, in dem er den Frontmann mit seinem Schmerz allein lässt.

Bewertung: 7/12

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