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Greg Graffin - Millport

Millport

Zum dritten Mal gräbt Bad-Religion-Frontmann Greg Graffin seine musikalischen Wurzeln aus – und fördert Country zu Tage, für den man amerikanische Ohren braucht.

Überraschen kann die innige Liebe zur US-Oldtimer-Musik aus zwei Gründen nicht: Einerseits war schon Graffins erste Soloplatte "American Lesion" 1997 ein Country-inspiriertes Songwriter-Bandalbum, der Nachfolger "Cold As The Clay" (2006) verschob den Fokus nur leicht auf nackteren Akustikgitarren-Folk. Zum anderen haben sich Graffins Songwriting und seine Art zu texten immer aus der US-Musik der 30er, 40er und 50er gespeist, bei Bad Religion brachte er dieses Storytelling in den Punkrock ein. Deshalb hört sich jede zweite Gesangsharmonie auf "Millport" an, als stamme sie von seiner Hauptband. Auch die Background-Chöre klingen mehr nach Gospel, sind ansonsten aber fast identisch mit jenen bei Bad Religion. Neu ist hier, mit welcher Konsequenz sich Graffin unterstützt von Social-Distortion-Mitgliedern als Rhythmus-Sektion auf den nostalgischen, sepiagetönten Sound einlässt: Im Titeltrack oder "Sawmill" pluckert energisch das Banjo und quietscht die Fiddle, „Just another day of sorrow going down“, heißt es zu Beginn von "Making Time" – jedes Detail der süffigen Landluft-Klagen und -Erinnerungen sitzt. Nur dem genretypischen Gottvertrauen erteilt Graffin in "Time Of Need" eine Absage, „Hey man/ Hey man/ No religion can help this time of need“, heißt es in der Hommage an das afroamerikanische Gospel-Traditional Amen. Das ist alles schlüssig umgesetzt, klingt für europäische Ohren aber eben doch nach Volksmusik-Kitsch. Der nicht automatisch besser wird, weil er aus den USA und von einem respektierten Musiker kommt.

Bewertung: 5/12
Leserbewertung: 7.5/12

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