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Pallbearer - Heartless

Heartless

Doom dauert. Doch Pallbearer haben sich lediglich zwei Alben Zeit gelassen, um sich unsterblich zu machen. Da stehen sie nun als neue Lichtgestalten.

Bereits "Sorrow And Extinction" (2012) und "Foundations Of Burden" (2014) kamen in all ihrer Wucht einer Offenbarung gleich: erhabener Doom, trotz aller Härte, wie ein zarter Stich ins Herz. Immer wieder. Doch ausgerechnet als sie sich jüngst auf der "Fear And Fury"-EP dem Type-O-Negative-Hit "Love You To Death" annahmen, schimmerte durch, wozu das Quartett aus Arkansas noch fähig ist: großer Rock. "Heartless" ist nun die rohe Leidenschaft des Doom, organische Heavyness, ein Herz für Pop und eben die Seele, sich dem Reglement des Genres nicht zu unterwerfen. In epischer Leidensfähigkeit trägt Sänger und Gitarrist Brett Campbell ein halbvolles Glas vor sich her und hält es gleichzeitig hoch wie einen Pokal. Flankiert wird seine glockenhelle Stimme von wunderschön wehmütigen Gitarren-Melodien, etwas Pink Floyd-Prog, behutsamer Wucht und der absoluten Furchtlosigkeit vor tollem Kitsch und großen Emotionen. Gleich mit "I Saw The End" und "Thorns" rücken Pallbearer ihre Tristesse mitten ins gefühlte Leben, und sollte dieser Trauermarsch wie im widerborstigen "Dancing In Madness", die zehn Minuten-Grenze knacken, dann ist das halt so. Kurz vor Geschäftsschluss machen sie den Sack endgültig zu: Monumentaleren Doom als das herzzerfetzende "A Plea For Understanding" gab es seit "Watching From A Distance" von Warning nicht mehr – majestätisch, zum Niederknien und Niewiederaufstehen. Pallbearer machen auf Heartless erlebbar, was niemand je erleiden sollte: tiefe Trauer. Doch trotz allem Kummer ist auch klar: Da hinten brennt noch eine Kerze.

Bewertung: 10/12
Leserbewertung: 9.7/12

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