Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: André Bosse

Ryan Adams - Prisoner

Prisoner
  • VÖ: 17.02.2017
  • Label: PaxAm/Blue Note/Capitol

Alternativer Country, der immer dann überzeugt, wenn’s britisch klingt.

Verwirrend, diese sozialen Medien. Jemand trötet, Ryan Adams habe endlich wieder ein großartiges Album gemacht, schon heißt es anderer Stelle, auch Adams könne nicht immer eine Großtat vorlegen. Was denn nun? Kurz die Bestandsaufnahme: Sein Debüt Heartbreaker aus dem Jahr 2000 wird zurecht als Meisterwerk gehandelt, weil der Mann hier kurz nach dem Ende seiner Band Whiskeytown das Herz auf der Zunge trägt – wer Singer/Songwriter authentisch mag, wird diese Platte lieben. 17 Jahre später heißt auch: 16 Alben später, darunter Schnellschüsse mit beachtlichen Resultaten und ein paar polierte Platten, die meist langweilig waren. Hinzu kam, dass Adams gerne und viel redet – jemand schrieb mal, es handele sich bei ihm um die „männliche Version von Courtney Love“, was eine Beleidigung für alle Beteiligten ist. 2015 spielte er dann Taylor Swifts 1989 in Gänze nach, das klang nach einer Schnapsidee, war aber sehr unterhaltsam. Danach legte Adams tatsächlich ein Jahr Pause ein und kommt nun mit Prisoner zurück. 80 Stücke hätten sich angesammelt, sagt er, zwölf haben es aufs Album geschafft. Qualitätskontrolle war nie seine große Stärke, aber hier hat er vieles richtig gemacht. Mit Do You Still Love Me? beginnt die Platte hölzern, aber Prisoner und Doomsday haben die richtige Mischung aus Melancholie und Größenwahn. Adams hat seine Americana- und Alt-Country-Songs schon immer gerne mit britischem Existenzialismus veredelt, der Mann ist großer The-Smiths-Fan und hat früher mal Wonderwall gecovert. Prisoner ist immer dann sehr gut, wenn man diesen Einfluss wie bei Anything I Say To You Now hören kann.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.