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0 Autor: Daniel Thomas

Elbow - Little Fictions

Little Fictions

Elbow sind auch ohne ihren Schlagzeuger die besten, wenn es darum geht, große Sinnlichkeit mit kleinen Gesten zu erzeugen. Auf "Little Fictions" präsentiert die Band Weltflucht als musikalisches Schaumbad.

„Alles wird großartig sein“, verspricht das kleine Mädchen im Opener "Magnificent (She Says)". Es ist einer der besten Songs, den Elbow je geschrieben haben. Und wer das tolle Video zum Song gesehen hat, kann gar nicht anders, als sich an dieser Hoffnung festzuhalten. Er ist der feierliche Auftakt einer Platte voller Sehnsucht, verpackt in orchestralen Indiepop; er verdeutlicht, dass Elbow aus ihrer Not eine Tugend machen. Als Schlagzeuger Richard Jupp vergangenes Jahr die Band verlassen hat, sind die vier Übriggebliebenen dazu gezwungen, mit geloopten Geräuschen Rhythmik zu erzeugen. Am Ende steht das perkussivste Album der Band – etwas, das ihren gebrechlichen Songs zugutekommt. Wo der Vorgänger "The Take Off And Landing Of Everything" zu sehr in sich ruhte, ist "Little Fictions" immer auf den Punkt komponiert, auch bei um die Ecke gedachten Stücken wie dem achtminütigen Titelsong. Der ist ein Geniestreich der Dynamik, der beweist, dass Radiohead nicht die einzigen sind, die wissen, wie man aus einem Orchester quietschende Streicher-Staccatos herauskitzelt, die ihre eigene Erhabenheit entfalten. „We protect our little fiction like it’s all we have“, singt Guy Garvey dazu und untermauert einmal mehr, dass er zu den wahrlich begnadeten Sängern der Indiewelt zählt. Was bei anderen mindestens rührselig oder gefühlsduselig erscheint, wird bei Elbow zum großen Emotionshaushalt des kleinen Mannes. Und zumindest für die Dauer dieser Platte ist die Welt in bester Ordnung.

Bewertung: 10/12
Leserbewertung: 8.0/12

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