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INVSN - The Beautiful Stories

The Beautiful Stories
  • VÖ: 09.06.2017
  • Label: Dine Alone/Caroline/Universal
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 291

INVSNs Debütalbum war Postpunk vom Mars, "The Beautiful Stories" hat mehr von der Venus: Dennis Lyxzén holt Kollegin Sara Almgren nach vorn – und gemeinsam lassen sie es krachen.

Almgren ist Lyxzéns Ex- und lebenslange Freundin, schon beim Refused-Nachfolgeprojekt The (International) Noise Conspiracy spielten beide zusammen. Auf "The Beautiful Stories" hat sie das erste Wort: Im feministischen Postpunk-Smasher "Immer zu" beschränkt sich Lyxzén auf Gesang im Refrain, während seine Bandkumpanin zwischen synthetischen Hammer-auf-Amboss-Sounds und rauschenden Gitarren vom Aufstand der Frauen gegen die Ungleichheit singt. Das klingt gemessen an der oft lebensmüden Kühle des Genres wild und sinnlich. Überhaupt fängt "The Beautiful Stories" vielmehr als bisher das Feuer und die pulsierende Unruhe der Noise Conspiracy ein – und ist mit Almgrens zahlreichen Gesangsparts eine viel fleischlichere, plastischere Platte geworden als das im Vergleich irgendwie flache, milde, eindimensionale Debüt. "I’m alive/ On fire/ Another day", croont Almgren wie eine Schamanin in "This Constant War", und es klingt wie Versprechen und Drohung zugleich. Dazu füllt die Band den Industriehallen-Sound des Postpunk mit krachenden Drums – selten klang eine Platte in diesem Genre so perkussiv und rhythmisch wie "The Beautiful Stories". Nur eine Minderheit der Stücke wie "The Distance" oder "I Dreamt Music" gönnen sich Hypnose-Bass oder Synthesizer-Puls – bevor am Ende doch wieder die Toms poltern und donnern, als sei Thor der ursprüngliche Postpunker. Das letzte Kompliment bekommt "The Beautiful Stories" für die Form: 7 Songs, 30 Minuten – in jeder Hinsicht so auf den Punkt muss man erstmal kommen.

Bewertung: 9/12

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