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0 Autor: André Bosse

The Magnetic Fields - 50 Song Memoir

50 Song Memoir

Pro Lebensjahr ein Song, verpackt auf fünf Alben.

Stephin Merritt hatte es von Anfang an gewusst: Mit seinem Mammutwerk "69 Love Songs" legte er die Latte für alle folgenden Alben hoch. Zu hoch. Die Standardkritik für alles, was nach dem sensationellen Dreifachalbum erschien: Gut, aber nicht so gut wie "69 Love Songs". Das nervte Merritt zunächst fürchterlich, ab einem gewissen Punkt hatte er sich daran gewöhnt. Nun greift er den eigenen Mythos an: "50 Song Memoir" – 19 Lieder weniger, dafür aber verteilt auf fünf CDs und LPs. Der Vorteil für den Songwriter: Er musste sein Label gar nicht erst von der Idee überzeugen, die wurde nämlich von Nonesuch selbst an ihn herangetragen. Ob er zu seinem 50. Geburtstag nicht eine Biografie im Songformat schreiben wolle? Einen Tag nach der desaströsen Geburtstagsparty, zu der wegen eines Sturms die eine Hälfte der Gäste deutlich zu spät kam und die andere erst gar nicht erschien, begann Merritt mit der Arbeit. In enger Zusammenarbeit mit seiner Mutter blickte er auf seine Kindheit zurück, für die spätere Zeit half ihm seine Managerin. Einige Songs rechnen schonungslos mit dem Lebensstil seiner Mutter ab, die ihren Sohn in Kommunen und seltsame WGs auf Hawaii führte. Im Stück "Life Ain't All Bad" wünscht er einem Ex seiner Mutter nichts weniger als den Tod. Mama war nicht begeistert, durfte aber als Kompensation das Cover malen. Die 50 Stücke bieten ein buntes Panorama zwischen Kammerfolk und Electro-Pop. Man hört, dass Merritt auf New Romantics steht, die Musik von Brecht/Weill und Musicals liebt. Langweilig wird es nie, nur gut zuhören muss man: Die Lyrics sind seine wahre Stärke. Das war bei den "69 Love Songs" auch schon so.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 9.0/12

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