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1 Autor: Vivien Stellmach

Microwave - Much Love

Much Love

Religion? Schwachsinn. Kirchenbesuche? Zeitverschwendung. Was Nathan Hardy jetzt braucht, sind hymnische Songs zwischen Emo, Indie, Grunge, Punk und Posthardcore.

Zehn davon hat der Sänger und Gitarrist mit seiner Band geschrieben. "Much Love" ist das zweite Album von Microwave, auf dem der Frontmann sich mit seiner religiös geprägten Jugend auseinandersetzt und hinterfragt, mit welchen Normen und Werten er da aufgewachsen ist. „Ich entdeckte eines Tages, dass ich mich nicht mehr damit identifizieren kann“, erklärte er in einem Interview. „Ich erkannte, dass alles, was mir durch sechs Kirchenbesuche pro Woche und den Konsum von Disney-Filmen beigebracht wurde, die Idee der ‚Glücklich bis an ihr Lebensende‘-Romanze, eben keine universellen Wahrheiten sind. Ich habe festgestellt, dass es keinen klar definierten Sinn des Lebens gibt und dass ich eine neue Grundlage für mein Leben schaffen musste.“ Ein musikalisch aufwühlendes Fundament hat Hardy mit "Much Love" gebaut: Das treibende "Lighterless" ist eine Hymne darauf, zu Hause zu sitzen und sich zuzudröhnen. In "Busy" singt er davon, sich aus Gewohnheit an Menschen festzuklammern, die einem nicht gut tun. Und das halbakustische "Dull" handelt von bedeutsam wahrgenommenen Beziehungen, die eigentlich bedeutungslos sind. Hardys sehnsüchtige Stimme ähnelt dabei stark der von Manchester-Orchestra-Mastermind Andy Hull, und auch sonst nehmen sich beide Bands nicht viel: Microwave treiben ihre Songs mit melodischen Gitarren voran, wirbeln "Vomit" und "Whimper" mit wüstem Gesang zu kleinen Posthardcore-Stürmen auf und verleihen ihrem mitreißenden Sound mit perlenden Indie-Gitarren das gewisse Etwas.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 10.0/12

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