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Barricade - Waker

Waker

Allerorten wird der Sludge Metal progressiv, die Dänen Barricade aber revitalisieren die Basis: Ihr zweites Album Waker ist die Platte, die Mastodon so durchweg brutal nie gemacht haben.

Schon der Opener Axefinder präsentiert nach dem Intro eine musikalische Mischung, die man in dieser Konsequenz lange nicht mehr gehört hat: Savannah Sludge, staubiger Stoner Metal und Hardcore-Aggression verbinden sich in mitreißendem Riffing. Dazu wechselt der Gesang von Gitarrist Lars Pontoppidan und Bassist Jonathan Mulvad-Reinhardt zwischen großartig brutalem Blackened-Metal-Gebrüll und einer Art cleanem Hardcore-Shouting, das einigen Songs eine weitere spannende Klangfarbe hinzufügt. Das große Vorbild ist in jeder Sekunde eindeutig: Die Härte von Mastodons Remission-Ära trifft auf den Sinn für Dramatik und Dynamik spätestens ab Blood Mountain. Beides kann man etwa in Tartarus: The Oath hören, das im Intro die Gitarren und Drums erhaben wie eine düstere Vorahnung von einem umwölkten Berg heruntergrollen lässt und dann in einen hypnotischen Groove verfällt. Oder in Imperial Eagle, das seine Gitarrenriffs zunächst lange stehen lässt, bevor das Riff loswalzt und plötzlich erbarmungslos vorwärts marschiert wie eine römische Legion. 70er-Hardrock oder Prog spielen bei Barricade noch keine Rolle – Waker ist kompromissloser Sludge Metal aus Riff, Gebrüll und treibenden Drums, für die Schlagzeuger Tejs Kyhl sein Kit so effektiv ausreizt wie Brann Dailor. Dass die Platte gegen Ende minimale Abnutzungserscheinungen zeigt, macht nur den Unterschied zwischen Meisterwerk und Highlight: Die unbändige Power von Songs wie Low On Ice muss die Genre-Konkurrenz erst einmal erreichen.

Bewertung: 9/12

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