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0 Autor: Florian Zandt

Deap Vally - Femejism

Femejism

Es ist Zahltag, Freunde: "Femejism" ist die in Blues, Garage, Grunge, Psych und ja, auch mal ohrenfreundlichen Pop gegossene Selbstermächtigungsplatte des Duos – eine konsequente Weiterentwicklung ihres musikalisch zu gleichförmigen Debüts.

Zwar hatte "Sistrionix" von 2013 schon die Rückeroberung der Lust und den Kampf um die Unabhängigkeit und gleichberechtigte Behandlung von Frauen in der Gesellschaft im Allgemeinen und der in der Musikbranche im Speziellen zum Thema, musikalisch konnten Schlagzeugerin Julie Edwards und Gitarristin Lindsey Troy allerdings noch nicht ihr volles Potenzial abrufen. Dafür strahlt es jetzt auf "Femejism" gleißend hell und äußert sich in erfrischenden Stil-Spritztouren. "Smile More" ist der Bluesrock-Mittelfinger für alle, die dem Duo nur mit den üblichen müden, geschlechterbasierten Vorurteilen begegnen und auf dem sich Troys Gesang knarzig an der zurückgelehnten Gitarrenmelodie entlangzittert. "Royal Jelly" huldigt den Bienenköniginnen der Welt mit furztrockenem Fuzz-Pedal und Psych-Grooves, und "Post Funk" schart nervöse Afro-Percussion und einen unwiderstehlich in die Hüften gehenden Beat um einen gesanglichen Hybriden aus Lana Del Rey und Allison Mosshart. Mit der gebrochenen, angepissten Anti-Internet-Troll-Ballade "Critic" und dem schwermütig dahinwalzenden Proto-Metal-Bastard "Bubble Baby" definieren Edwards und Troy schließlich die äußeren Pole ihrer musikalischen Spielwiese, auf der sie sich angenehm zügellos ausleben. Man könnte den beiden jetzt einen roten Teppich ausrollen, muss dann aber auch damit leben können, dass das furiose Duo ihn vermutlich ohnehin nur mit Gusto in den Matsch zerren würde.

Bewertung: 9/12

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