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0 Autor: Britta Helm

The Dillinger Escape Plan - Dissociation

Dissociation

Stark sein, Kids, ihr müsst eure Jeans jetzt selbst zum Platzen bringen.

20 Jahre lang hat Greg Puciato vorgemacht, wie das mit dem gezielten Muskelaufbau und den Teufelsposen geht, das muss reichen. Ben Weinmans Gitarrengefuddel können Normalsterbliche sowieso vergessen, solange es medizinisch verpönt bleibt, sich zehn bis zwölf Extrafinger zwischen die eigenen pflanzen zu lassen, also bleibt nur das Gefauche mit gespanntem Schritt. Was waren das für Jahre, in denen Dillinger Escape Plan von den Meistern des verkopften Mathcore zu Göttern des hymnischeren Metalcore wurden und dabei bewiesen, dass sie nicht nur kluge Hirne haben, sondern auch ganz schön viel darunter. Zum Abschluss gibt es deshalb noch mal theatralisch zischenden Rock, bei dem man sich kurz fragt, was Mike Patton eigentlich gerade so treibt, und wirren Scheiß aus Elektrogetacker und Dudeldü, der sich in merkwürdige Queen-Chöre ergießt. Es gibt halsbrecherisches Gekreische und unerwartete Stille, Poserdreck und simple Melodien, aber es gibt nichts, was es noch nicht gab. "Dissociation" fährt noch mal alle Stationen seiner fünf Vorgänger ab, dreht hier eine Extrarunde und ballert sich da die Stoßstange zu Schrott, um letztlich aber zu einem ziemlich simplen Schluss zu kommen: The Dillinger Escape Plan haben alles geschafft, was zu schaffen war, besser wird es nicht. Noch mehr Mindfuck als früher würde Raum und Zeit sprengen; noch größere Gesten verträgt keine Dimension. Die Experimente sind sämtlich gelungen, die Hits haben eingeschlagen, wo sie sollten. Es gibt keinen Trost dafür, sich bald nicht mehr live von dieser Band umwerfen zu lassen. Aber es ist schon irgendwie in Ordnung so.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 10.0/12

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