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0 Autor: Matthias Möde

Tesa - Ghost

Ghost
  • VÖ: 05.08.2016
  • Label: My Proud Mountain/Cargo
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 281

Lauter Postrock aus Lettland, der leider nicht so kreativ ist, wie es ein erster Blick auf die Tracklist vermuten lässt.

Dort findet sich der Titel des fünften Tesa-Albums mit jeweils einem Buchstaben in den Songtiteln wieder: "G", "H", "O", "S" und "T" heißen die fünf Tracks, die es auf knapp 41 Minuten Spielzeit bringen. Eine schöne Idee und zumindest ein kurzer Hingucker, nachdem besonders Bands dieses Genres schon einiges versucht haben, um ihre Songs möglichst ungewöhnlich zu betiteln. Für Tesa außerdem eine Entwicklung, betitelten sie ihre Songs auf den vorangegangen Veröffentlichungen doch stets mit Zahlen. Ebenfalls neu für die Band aus Riga ist die Veröffentlichung über ein Label, das nicht aus Russland oder ihrer Heimat Lettland stammt. "Ghost", das 2015 bereits vom lettischen Label Skyr veröffentlicht wurde, erscheint nun auch bei den Hamburgern My Proud Mountain. Das Gitarre-Schlagzeug-Bass-Trio setzt darauf vor allem auf laute Parts, statt auf große Melodien. So beginnt "G" mit grandios garstigen Gitarren, leichten Feedbacks und einer rauen Gangart, die an Russian Circles erinnert. Besser wird es danach leider nicht mehr: Das knapp 12-minütige "O" schlingert durch einen langen Ambient-Part samt wenig zwingender Gitarrenmelodien, der folgende Ausbruch verläuft unspektakulär. Tesa wirken zwar nie kopflos, als Hörer schaltet man aber manchmal auf Durchzug, weil Dynamik und Dramatik schlicht nicht packend genug sind. Im letzten und längsten Song "T" mischt sich weit im Hintergrund Geschrei unter den Lärm – ein gelungener Farbsprenkler. Neben der hapernden Kreativität auf "Ghost" haben Tesa noch ein weiteres Problem: Beim Googeln nach der Band findet man vor allem klebrige Links.

Bewertung: 6/12

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