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0 Autor: Matthias Möde

Brant Bjork - Tao Of The Devil

Tao Of The Devil

Die Wut ist in Rauch aufgegangen: Brant Bjork wüstenrockt auf dem zweiten Album mit seiner Low Desert Punk Band fast so entspannt wie früher.

Dafür dürfte nicht nur The Gree Heen verantwortlich sein, auch wenn Brant Bjorks grüne Lieblingspflanze mal wieder Anteil an der Entstehung von Tao Of The Devil gehabt haben wird, und sich außerdem auf dem absurd hässlichen Cover wiederfindet, das Anfänger-Photoshop-Skills mit einer erleuchteten Stadt bei Nacht paart. Schlagzeuger, Gitarrist und Sänger Bjork ist es vermutlich egal: „I don’t care, what they say“, heißt es nicht umsonst im Opener, in dem Bjork das The Gree Heen so wunderbar lang zieht und an dessen Ende man schon vermuten kann, was sich im Laufe der sieben neuen Songs bestätigt: Der Ärger über die Auseinandersetzungen um Kyuss Lives! und Vista Chino, der den Vorgänger Black Power Flower (2014) befeuert hatte, brodelt hier nur noch unter der groovigen, lässig gejammten Psychedelic-Stoner-Oberfläche. Selbst das latent aggressive Daveʼs War lehnt sich nach drei Minuten zurück, um weitere sechs zu schleppenden Sonnenriffs zu meditieren. In Humble Pie wirkt diese angeborene Easy-Rider-Lässigkeit – als Kind ist Bjork vermutlich in einen kräuterhaltigen Zaubertrank gefallen – etwas zu plump: „I was born in the heat of Southern California.“ Das schleppende Stackt oder das pumpende Luvinʼ zeigen, dass Bjork und seine Mitstreiter – Schlagzeuger Tony Tornay, Bassist Dave Dinsmore und Bubba DuPree an der Gitarre – auch kompakte Songs schreiben können, wenn sie nur wollen. Letztlich zieht der finale Titelsong in fünfeinhalb Minuten aber noch mal seine dämmrigen Stoner-Schleifen, um Bjorks Welt wieder in Einklang zu bringen.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 12.0/12

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