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0 Autor: Carsten Sandkämper

Mos Generator - Abyssinia

Abyssinia

Tony Reed nimmt mit Mos Generator den siebten Anlauf, seinem ungeschminkten, bluesgetriebenen Rock den wohlverdienten Platz an der Stoner-Metal-Theke zu sichern.

Dabei ist ihm das Prädikat des Stoner-Metal-Pioniers relativ schnuppe. Seit 2000 sammelt das Trio mit fulminanten Konzerten und tonnenschweren Alben Fans, die die Band vor allem für ihre erdige Mischung aus Doom Metal, Blues und einer gewissen Portion souligem Jazz Rock feiern. Das neue Album macht hier keine Ausnahme. Sean Booth am Bass und Jon Garrett am Schlagzeug muss man dennoch namentlich willkommen heißen, denn sie sorgen für den wohl direktesten Sound seit "Songs For Future Gods". Was sich auf "Electric Mountain Majesty" noch ein wenig anhörte, als würden Mos Generator in die schalen Gewässer des Progressive Rock eintauchen, ist auf "Abyssinia" größtenteils dem klassischen Songformat gewichen. Dennoch klingen Stücke wie "Catspaw" und "Time & Other Thieves", als seien sie direkt aus den 70ern teleportiert worden. Mit dem neuen Album ventiliert Reed nach eigener Aussage vor allem seine persönlichen Konflikte. Der Stress der Gegenwart, die Überinformation im Alltag manifestiert sich auf dem Cover des Albums als explodierender Kopf, in der Musik mit Songs wie "Strangest Times" oder dem nervösen "Red Canyons". Ganz am Ende schließlich verabschiedet sich die Band im epischen "Outlander" ins Weltall. Eskapismus im Rock’n’Roll, ein altes Thema. Aber das passt einfach zu dieser Band. Es mag zudem mit Reeds großem musikalischen Vokabular als Rocknerd zu tun haben, dass Mos Generator 2016 klingen, als würden sich ständig Thin Lizzy, Black Sabbath und Foo Fighters die Klinke in die Hand geben. So kann das ewig weitergehen.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 8.0/12

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