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0 Autor: Florian Zandt

The Joy Formidable - Hitch

Hitch

Mehr Zeit und ein Beziehungsende sind nicht immer ideal für kreative Prozesse. "Hitch" zeigt The Joy Formidable ohne Totalausfälle, wagt sich aber zu selten aus der vom Pop geprägten Alternative-Rock-Komfortzone.

Nicht die besten Voraussetzungen für das Schreiben neuer Musik: In der Albumpause zwischen dem fantastischen "Wolf's Law" (2013) und dem frisch erschienenen "Hitch" geht die Beziehung zwischen Frontfrau Ritzy Bryan und Bassist Rhydian Dafydd in die Brüche. Dass die Band trotzdem weiter funktioniert, ist bemerkenswert, wie die Band mit dem Beziehungsende musikalisch umgeht allerdings weniger. Natürlich ist Bryans gleichzeitig kraftvoll-warme wie ätherische Stimme immer noch über alle Zweifel erhaben und auch die Gabe, in meterdicke Soundwände glitzernde Melodien einzubauen, beherrscht das Trio weiterhin. Was fehlt, sind mehr kompositorische Geistesblitze, wie sich vereinzelt noch bemerkbar machen. Beispielsweise im Outro von "Blowing Fire", dem rifflastig groovenden "Liana" oder dem sich vom Akustiktrack über ein Electronica-Zwischenspiel zum Postrock-Brecher aufbauenden "Don't Let Me Know". Ausnahmetracks, wie sie "Wolf's Law" mit dem rhythmisch swingenden "Little Blimp", dem hibbeligen "Maw Maw Song" oder dem an Biffy Clyro erinnernden "Cholla" zu bieten hatte, sind auf "Hitch" allerdings Mangelware. Auch wenn die Songs laut Bryan allesamt von Freiheit handeln, schaffen es The Joy Formidable nicht, sich freizuspielen – ihre Ideen versanden zu oft in poppiger Eingängigkeit. Für jede andere Band wäre "Hitch" ein sehr gutes Album, für das walisische Trio bleibt es aufgrund ihres Potenzials gerade mal gut.

Bewertung: 7/12

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