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0 Autor: Carsten Sandkämper

Conrad Keely - Original Machines

Original Machines

Das facettenreiche Soloalbum des ...Trail Of Dead-Sängers beginnt wie der Soundtrack eines Nintendo-Spiels und entfaltet sich zur akustischen Landkarte einer faszinierenden Seelenreise, zu der Conrad Keely einlädt.

Dabei tritt "Original Machines" zu keinem Zeitpunkt länger als eine Minute auf der Stelle. Der farbenfrohe Pop, den Keely in 24 Songs ausbreitet, trägt zwar die DNA seiner Band in sich, doch nimmt er sich nicht halb soviel Zeit, seine Songs zu den progressiven Gebilden aufzublasen, die die letzten Alben von ...Trail Of Dead bestimmt haben. Tatsächlich besteht das Album aus Momentaufnahmen, die Keely in Tourbussen, Taxis, an Flussufern und in Hotelzimmern aufnahm. Bewusst unfertige Konstrukte, hastig mit Garage Band zusammengeschoben, wechseln im Dreiminutentakt mit verträumten Balladen und von Folk durchtränkten Melodieskizzen. Keely legte Wert auf das Einfangen bestimmter Stimmungen, weniger auf fertige Songs. Dass dabei trotzdem ein funktionierendes Album herauskommen konnte, liegt an seinem natürlichen Gespür für infektiöse Melodien und bestimmte Akkordfolgen, die einfach nur von ihm kommen können. Und er wird persönlich. Jenseits aller "Ich bin dann mal weg"-Romantik ergründet Keely in nachdenklichen Songs wie "Spotlight On The Victor" oder dem wütenden "Your Tide Is Going Out" die Bedeutung der Selbstreflektion. Im fantastischen Chorus des melancholischen "Row On" schließlich zeigt Keely seine Fähigkeiten als begnadeter Songwriter, der in der Aneinanderreihung von drei Akkorden eine ganze Welt von Emotionen heraufbeschwört. Dass dem kompletten Do-It-Yourself-Album dabei der Charme des Unfertigen anhaftet, macht es umso sympathischer.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 9.0/12

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