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0 Autor: Nina Töllner

Razz - With Your Hands We'll Conquer

With Your Hands We'll Conquer

Melancholischer Indierock in schönster Vollendung. Bei den jungen Hüpfern von Razz sitzt der Drei-Wetter-Taft von Albumanfang bis -ende.

Kämen Razz aus London, sie wären vermutlich die coolsten Säue: Kippe im Mund, wilde Haare, schlechte Manieren. Mit 18 Jahren hat man schließlich einen Ruf zu kultivieren. Diese vier jungen Männer stammen jedoch aus der Emsländer Provinz. Sie sind halbwegs adrett frisiert, unauffällig gekleidet und wirken wie die netten, etwas streberhaften Jungs von nebenan. Aber Razz kommen auch gut ohne rebellischen Gestus aus, sie konzentrieren sich lieber auf ihre Musik. Seit ihrer Gründung im Jahr 2011 hat die ehemalige Schülerband bereits diverse große Rockfestivals in Deutschland gespielt und legt nun nach langer Produktionsphase ein Debüt vor, das erstaunlich souverän klingt. Vor allem Sänger und Gitarrist Niklas Kreiser, der mit tiefem, leicht rauem Timbre auf den Spuren von Kings Of Leons Caleb Followill und Tom Smith von den Editors wandelt, hört man seine Jugend nicht an. Womit wir auch schon passende musikalische Referenzpunkte zur Hand hätten. Dunkel und raumgreifend klingen Razz, raumgreifend sind auch ihre Refrains und fast jeder ein Ohrwurm. Vor allem die Singles "Black Feathers" und "Youth & Enjoyment" sind echte Killer. Ab und zu mischen sich rauere Töne, zackige Foals-Gitarren und die ein oder andere Ballade in die Hall-gesättigte Midtempo-Melancholie, damit keine Monotonie aufkommt. Will man trotzdem an "With Your Hands We'll Conquer" herummäkeln, könnte man der Platte ihre fehlenden Macken ankreiden. Für vier gerade einmal Volljährige ist dieses Album einfach schon zu perfekt. Was soll da noch kommen?

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 9.0/12

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