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Danzig - Skeletons

Skeletons

Glenn Danzig hat ein Cover-Album aufgenommen, dessen Songs richtig gut wären, hätte man sie nicht so sehr mit der Brechstange eingespielt.

Jemand, der so wenig Selbstironie besitzt wie Danzig, macht sich mit seiner bierernsten Art gern zur Zielscheibe, etwa in den sozialen Medien. „The same photo of Glenn Danzig everyday“ ist eine Facebook-Seite, die tatsächlich nur das eine tut: Danzigs grimmiges Antlitz jeden Tag zu posten. Fast 40.000 Menschen mögen diesen Scherz. Hoffentlich mögen annähernd so viele Danzigs neues Album "Skeletons". Darauf widmet sich der in die Jahre gekommene Evil Elvis seinen Einflüssen und Lieblingssongs. Einiges ist offensichtlich, etwa "Let Yourself Go" von – richtig – Elvis Presley. Oder die für seine düster-samtene Stimme prädestinierte Everly-Brothers-Ballade "Crying In The Rain". Darüber hinaus tobt er sich im Garagen-Rock der 60s aus, nimmt sich Songs von The Troggs, The Young Rascals, The Litter und direkt zu Anfang zwei Songs der Biker-B-Movies "Satan's Sadists" und "The Devil's Angels" zur aufgepumpten Brust. Dem 70s-Rock widmet er sich mit Black Sabbaths "N.I.B." und "Lord Of The Thighs" von Aerosmith, von ZZ Top leiht er sich die 86er-Ballade "Rough Boy". Das kann man gut so machen. Schade ist, dass die Songs mit wenig Fingerspitzengefühl aufgenommen wurden. Johnny Kelly von Type O Negative kloppt aufs Schlagzeug, Prongs Tommy Victor holzt Gitarre und Bass eint. Natürlich verfügt das über die bolzigen Danzig-Trademarks, aber meist klingt es mies austariert, nach Work-in-progress. Man wünscht sich beim Hören ständig, Rick Rubin hätte "Skeletons" betreut und sich so lange die Songs angehört, bis die letzten Unzulänglichkeiten ausgebügelt sind.

Leserbewertung: 1.5/12

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