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0 Autor: Peter Hesse

Calexico - Hot Rail

Hot Rail
  • VÖ: 08.05.2000
  • Label: City Slang/Virgin
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 86

Ring frei für die zweite Runde in der Stierkampfarena von Calexico: Sie wedeln recht brav mit den roten Tüchern.

Blättert man in den Geschichtsbüchern amerikanischer Volksmusik, stößt man unweigerlich auf die Wurzeln von Country-Musik, denn was Leute wie z.B. Tex Ritter, Marty Robbins oder Hank Williams vor gut 50 Jahren an Liedgut herausgebracht haben, ist nicht nur absolut wegweisend gewesen, es sprach vor allem eine sehr scharfkantige und feurige Sprache und war allen Ecken und Enden gut gewürzt. Diese Musik sollte da pieken, wo es am meisten weh tut - irgendwo in der Mitte von Herz, Seele und Bauch. Calexico versuchen mit ihren countryfizierten Epen dort anzuknüpfen, doch so ganz will die Rechnung nicht aufgehen. Gegen die Rezeptur ist nichts einzuwenden: auch bei ihrem zweiten Album haben John Convertino und Joey Burns die besten Zutaten aus spanischen Folklore-Abenden, portugiesischer Lagerfeuer-Romantik und mexikanischem Liedgut zusammen gerührt - was schmerzlich fehlt, ist die eine oder andere Melodie-Wallung, Ausbrüche, Lebendigkeit. So ist „Hot Rail“ unter dem Strich gesehen ein glattes, etwas kalkuliert wirkendes Album, das die Chance, neue Wege zu beschreiten oder wirklichen Tiefgang anzustreben, verpasst. Schade eigentlich.

Bewertung: 6/12
Leserbewertung: 9.0/12

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