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0 Autor: André Bosse

Yo La Tengo - Stuff Like That There

Stuff Like That There
  • VÖ: 28.08.2015
  • Label: Matador/Beggars/Indigo
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 270

Runde Sache: Yo La Tengo interpretieren eigene und fremde Songs im Kuscheldeckensound.

Vor 25 Jahren stöpselten Yo La Tengo schon einmal ihre stetig umherschwirrenden elektrischen Gitarren aus und veröffentlichten eine heruntergestrippte Platte mit eigenen Songs und Coverversionen. Im Jahr ihres 30-jährigen Bestehens wiederholen die Indierock-Veteranen das Konzept: "Stuff Like That There" kombiniert Coversongs mit neu interpretierten alten Liedern sowie zwei neuen Stücken. Der Sound ist so warm wie eine dieser Augustnächte, in denen man nur bemerkt, dass das Fenster geöffnet ist, weil es die Mücken zur Lichtquelle zieht. Ganz dicht am Ohr musizieren Yo La Tengo hier: Schlagzeug und Bass werden getupft, die Stimmen singen kaum über Flüstermodus, die Gitarre wird sanft geschlagen oder reduziert gezupft. Klar, man kann das vorprogrammierte Langeweile nennen. Aber Yo La Tengo kennen eine Menge Tricks, um diese Form von Unplugged-Indie spannend zu halten. Vor allem stimmen die Songs: Die Band covert "Friday I’m In Love" von The Cure, ein schon im Original unglaublich bittersüßes Lied, dem Yo La Tengo noch eine Portion Bitter-Lemon injizieren – ein klarer Anwärter für die Herzensplaylist des nahenden Frühherbstes. Die Version von Hank Williams’ Einsamkeitsklage "I’m So Lonesome I Could Cry" klingt erstaunlicherweise eher trotzig als weinerlich – auch eine Leistung. Der neue Song "Rickety" fügt sich nahtlos in den Reigen ein, in dem ein Soul-Cover kaum anders klingt als das Remake des Bandhighlights "Deeper Into Movies (von I Can Hear the Heart Beating As One") oder des frühen Bubblegum-Reggae-Songs "Somebody’s In Love" des Avantgarde-Magiers Sun Ra.

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