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0 Autor: Matthias Möde

Lou Barlow - Brace The Wave

Brace The Wave

Für sein drittes, spartanisches Soloalbum benötigte Dinosaur-Jr-Bassist und Sebadoh-Wuschelkopf Lou Barlow gerade mal sechs Studiotage und ein paar alte Tricks.

Dazu zählt vor allem eine tiefer Gestimmte Ukulele, auf der Barlow schon Anfang der 90er als Sentridoh spielte. Sein drittes Soloalbum zeigt ihn nun zum ersten Mal auch auf dem Cover, mit viel Haar auf dem Kopf und in einem kurzen, alten Sonic-Youth-Shirt. Dessen Aufschrift "Sonic Life" wirkt ironisch, auch wenn Barlow es in Sachen Kauzigkeit nicht mit seinem Dinosaur-Jr-Bandkollegen J Mascis aufnehmen kann (seine unübersichtliche, nerdige Website loobiecore.com schon eher). Gute Songs schreibt er sechs Jahre nach dem letzten Soloalbum "Goodnight Unknown" trotzdem. Barlow braucht dieses Mal kaum mehr als Akustikgitarre oder Ukulele und seine oftmals verhallte Stimme, um daraus mit Justin Pizzoferrato, der die letzten drei Dinosaur-Jr-Alben produzierte, etwas Gutes zu machen. "Nerve" täuscht nicht mal zwei Sekunden lang E-Gitarre und Schlagzeug an, um dann mit akustischem Augenzwinkern selbstkritisch in der Vergangenheit zu schwelgen. Der Titeltrack "Wave" wird von einer locker aufbrausenden Ukulele getragen und "Moving" - um auf Barlows Shirt zurückzukommen - hat trotz Weltraumorgel etwas von einem Thurston-Moore-Solosong; das liegt wahrscheinlich am Rhythmus. Klassischer und folkiger wird es beispielsweise in "Lazy" oder im wunderbaren "C+E", das an Nick Drake erinnert. Barlow ist nach 17 Jahren kürzlich wieder nach Massachusetts gezogen und beschäftigt sich womöglich auch deshalb mehr mit sich und seiner Vergangenheit. An seiner Diskografie wird er in Zukunft sicherlich und hoffentlich trotzdem weiter schreiben.

Bewertung: 8/12

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