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0 Autor: Florian Zandt

The Good Life - Everybody's Coming Down

Everybody's Coming Down

Mit "Everybody’s Coming Down" schlägt Tim Kasher erfolgreich die Brücke zwischen Cursive-Krach und Solo-Pop – um sie direkt im Anschluss mit schiefen Melodien wieder einzureißen.

Auf seiner letzten Soloplatte "Adult Film" (2013) hatte Cursive- und The-Good-Life-Chef Tim Kasher relativ unerwartet eine Lanze für elektronische Spielereien gebrochen. Die waren zwar schon immer Bestandteil seines künstlerischen Schaffens, allerdings längst nicht so großflächig wie auf "Adult Film". "Everybody’s Coming Down" ist im Gegensatz dazu wieder erfrischend gitarrenbasiert. Plätschert das 30-sekündige "7 In The Morning" noch gefällig vor sich hin, bewerfen sich Kasher und Co. im nächsten Song "Everybody" mit fuzzig-verdrecktem Gitarrenrotz, der in seinem charmant querschlagenden Gitarrensolo an alte Pavement und ihren verwinkelten 90er-Indierock erinnert. Schon im darauffolgenden "The Troubadour’s Green Room" wechseln The Good Life schon wieder die Spur und schlängeln sich am Reverb entlang durch männlich-weiblichen Harmoniegesang und Mission-Statements wie „I’m singing for show and tell/ I’m singing for a spot on your record shelf“. Das Schema „zurückgenommen Elektronisch vs. Gitarrenkrach in Schieflage“ zieht sich letztlich auch durch den Rest der Platte – und wird an manchen Stellen zu weit getrieben. Kashers anspruchsvolle Texte funktionieren eben am besten in relativ klaren Songstrukturen. Zerfaserte Drum-Machine-Experimente wie "Happy Hour" oder das mäandernde "Flotsam Locked Into A Groove" helfen da nur bedingt weiter und wirken gegenüber stärkeren Tracks wie dem Powerpop-Stampfer "Ad Nausea" wie schlecht sitzende Puzzleteile. Das konnte Kasher schon mal besser.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 12.0/12

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